Lebe deinen Traum und träume nicht dein Leben. Was wäre das Leben ohne Träume – sie bewahren die Jugend, die Neugier, den Mut. Träume sind so bunt wie die Menschen. Jeder hat seine ganz persönlichen Traum- oder Wunschvorstellungen. Neben materiellen – um die es hier nicht gehen soll – Dingen, beschäftigt mich ein großer Traum seiner meiner Jugend.

Ich möchte im Leben etwas finden, dass mich glücklich macht, dass mich ausfüllt. Eine Aufgabe, in der ich voll aufgehe, in der ich mich verwirklichen kann. Etwas, worauf ich mit Stolz blicke und das mich gleichzeitig antreibt.
Für mich war schon immer klar, dass das in einem engen Zusammenhang mit dem Beruf steht.

Ich lache.

Auf die Frage was ich später mal machen will oder wo ich mich in fünf Jahren sehe, kannte und kenne ich nur eine Antwort: Ich weiß nicht was, nur was ich nicht will. Und das ich etwas finden will, wofür ich jeden Tag gern aufstehe.

Dafür ergatterte ich meist ein müdes Lächeln, dass so viel hieß wie „werd erst einmal erwachsen, du Traumtänzer“. Ich sollte schnell verstehen, dass ich den Ernst des Lebens verkenne, wenn ich meinem Traum hinterherjage.

Und dann triffst du jemanden, der genau das lebt, wovon du immer geträumt hast. Der dir zeigt, dass es geht, wenn man nur will, wenn man fleißig ist, wenn man mutig ist.

Immer und immer wieder sah ich mich konfrontiert mich für mein Traumtänzer-Dasein zu rechtfertigen. Hörte immer nur, such dir einen gut bezahlten Job und mach was Bodenständiges.
Ich weiß, dass wir in heutigen Zeiten alle auf ein gutes Einkommen angewiesen sind. Wenn ich an die Mieten denke, sehe ich uns in einem Luxus-Loft in Premiumlage – in Wahrheit wohnen wir in einer Zweizimmerwohnung ohne großen Luxus.

Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen?

…drehen wir einmal die Zeit zurück

Abitur 2008.

Wer wusste nach dem Abschluss schon was genau er das ganze Leben lang machen will. Ich glaube niemand. Ich fürchte nicht mal unsere Eltern. Obwohl sie heute auch die Möglichkeit der Veränderung wahrnehmen können, stecken viele von ihnen noch in den Jobs, die sie damals gewählt haben. Sie entscheiden sich für den sicheren Hafen, den unbefristeten Job bis zur Rente.

Ich erinnere mich noch gut an die Gespräche über meinen und den Werdegang meines Bruders – die Suche nach der Ausbildung hatte damals vor allem das Ziel einer späteren Festanstellung, zumindest wenn es nach unseren Eltern ging.


Über zehn Jahre ist es her, dass ich damals eine Ausbildung in einem Verlag angefangen habe. Weniger weil ich die Arbeit so spannend fand, sondern mehr, weil ich nicht so recht wusste was ich eigentlich wollte.
Ich hatte zwar keine konkreten Vorstellungen von einem Job oder wie mein Berufsleben aussehen sollte, aber die Illusion, dass es etwas Schaffendes, Kreatives sein soll.

Mein Pap war der Meinung ich solle mein Abitur nicht verschenken und zur Uni gehen – ich war anderer Meinung und habe meinen Willen durchgesetzt.
Einige meiner Klassenkameraden hatten weniger Durchsetzungsvermögen.
Dass ich später trotzdem den Weg des Studiums wählen würde, hat niemand kommen sehen. Dort wartete auch endlich die kreative, schaffende Arbeit auf mich, die ich mir gewünscht hatte.

Wie so viele meiner Generation, war ich angetan von einem Job, der irgendwas mit Medien zu tun hatte. Damals noch als brotlose Kunst abgetan, kann heute kaum jemand auf Spezialisten der Medienbranche verzichten.

Im Verlag gab es neben der Ausbildung zur Medienkauffrau, auch die zur Mediengestalterin. Die Ausbildung wollte ich aufgrund der Entfernung jedoch nicht machen – jung und dumm, würde ich heute sagen.

Was heute mehr als normal ist, war vor über zehn Jahren noch ein absolutes No-Go: den Job wechseln, seine Berufung zum Beruf machen, seine Träume verwirklichen, auf Risiko spielen.
Und wer hat heute schon das Glück auf Anhieb einen unbefristeten Job zu ergattern, der einem dann auch noch gefällt und ein gutes Leben sichert.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Diskussionen mit meinen Eltern, insbesondere meinem Pap, als ich meinen festen Job gekündigt habe, um ein Vollzeitstudium anzugehen – ohne Einkommen und ohne eine konkrete Berufsaussicht.
Als mein Bruder ebenfalls seinen Traum zum Beruf machen wollte – der im Übrigen sehr erfolgreich damit ist, hing der Haussegen komplett schief.

Im Gegensatz zu den BWL-, Lehramts- oder Medizinstudenten, musste ich mich unglaublich oft für meine Studienwahl rechtfertigen. Jedem musste ich erklären, was man denn nun mit Medien- & Kommunikationswissenschaften und – um Himmels willen auch noch – Soziologie machen kann?! Auf jeden Fall mehr als nur Taxi fahren.

Während des Studiums hatte ich verschiedene Vorstellungen davon, was ich aus mir und meinem Leben machen will. Im Kern ist es immer der gleiche Gedanke geblieben.

Träum weiter

Und dann treffe ich jemanden, der genau das lebt, wovon ich immer geträumt habe. Der mir zeigt, dass es geht, wenn man nur will, wenn man fleißig ist, wenn man mutig ist. Und der Traumtänzer in mir triumphiert.

Ich bewundere meinen Herrn K. für seine Arbeit, sein Talent, seine Ausdauer, seine Leidenschaft. Ich liebe es ihm bei der Arbeit zuzusehen. Es ist faszinierend wie detailverliebt er ist, wie glücklich er ist, wie er mit jeder Aufgabe wächst.

Er ist mutig genug, neue Herausforderungen anzunehmen. Und er wird nicht müde, von dem was er macht. Er hat das Talent die Menschen zu begeistern – wie er ist, was er macht. Weil der macht, was er liebt, weil es sein Leben ist.
Ich kann gar nicht beschreiben, wie es sich anfühlt diese Energie zu spüren, wenn er nur davon spricht.

Und deshalb träume ich weiter.


Ende.

2 Replies to “Traumtänzer

  1. Liebe Anni,

    höre niemals auf zu träumen und kämpfe für Deine Träume. Manchmal werden sie wahr. So ging es auch bei mir. Okay, das war halb materiell, aber ich hab auch nie gedacht, dass ich irgendwann tatsächlich ein eigenes Pferd habe. Und mittlerweile begleitet mich mein Kleiner seit über 17 Jahren.
    Manchmal werden Träume wahr… 🙂

    Liebe Grüße,

    Tabea
    von tabsstyle.com

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