Hey ihr Süßkinder,

der Weg ist das Ziel. Und dieser ist ganz schön steinig. Aber ich aktiviere gerade meine Superheldenkraft – das Hausarbeitenschreiben in Lichtgeschwindigkeit.
Aktuell bekämpfe ich eine mittelschweren Katastrophe – als verantwortungsbewusster und in die Zukunft schauender Mensch, habe ich mich frühzeitig darum gekümmert, nach meinem Studium keine Nummer ziehen zu müssen und als arbeitsloser Absolvent zu enden.

Und wie einige sicher wissen, arbeite ich nun seit einiger Zeit in einer Festanstellung. Das eigentliche Problem: Ich habe noch einen Anspruch auf BAföG.

Traumjob: Ja oder nein

Vor kurzem stand also die Frage im Raum: (Traum)Job sausen lassen oder den neuen Bescheid abwarten? Wie wir ja wissen sind die Ämter nicht die schnellsten. Und so kam vor zwei Wochen das böse Erwachen.
Ich habe eine Rückforderung erhalten, die mir gerade ausweglos erscheint. Aktuell habe ich die Horrorvision mit 45 noch auf einem Berg Schulden zu sitzen.

Und jetzt höre ich sie wieder, die Besserwisser:
Ja ich hätte so oder so Schulden gehabt, aber ich hätte auch fünf Jahre Zeit gehabt dieses Geld zu sparen und dann abzuzahlen – nun habe ich die nächsten fünf Jahre Zeit um noch mehr (ungeplante) Schuldenberge zu begleichen. Und das bei einem Einstiegsgehalt.

Informiere dich doch vorher, anstatt jetzt zu heulen!

Ich hatte beim Amt angerufen, allerdings hat mich die kurz angebundene Dame nicht so richtig aufgeklärt und ich war so naiv zu glauben, dass ich mein BAföG nun „kündigen“ oder freiwillig auf 0 setzen lassen könnte. Ich hatte zu der Zeit schon Angst, dass die dicke Rückzahlung kommt und ich sollte Recht behalten.

Blöde Theorie

Nun ja, die Theorie sieht leider vor fertig zu studieren und dann in eine Anstellung zu gehen. Wirklich lustig! Als ob ich direkt in eine neue Aufgabe gleiten könnte.

Noch mehr ärgert es mich, dass ich diesen Sommer auch einfach mein Leben hätte leben können. Denn schlechter ging es mir mit dem Studenteneinkommen nicht. Im Gegenteil, wenn ich auf diesen Bescheid gucke.

Ein herber Schlag traf mich mit voller Wucht, als ich erfuhr, dass man mir ohne Weiteres eine Hochrechnung hätte erstellen können.
Am schlimmsten ist natürlich immer die Frage, ob man sich dann gegen den Job entschieden hätte. Und ja natürlich, so traurig das ist, hätte ich keine tausenden Euros investiert und mich finanziell noch mehr ruiniert – nach fünf Jahren des Studiums ist eben nichts oder nicht mehr viel übrig.


„Sie hätten ja auf den Bescheid warten können.“

Wer in einer Anstellung ist, weiß es vielleicht nicht, aber die Entscheidung für oder gegen einen Job hat oft keine sechs, acht Wochen Zeit. Ich verstehe schon warum man sein BAföG nicht einfach nach Lust und Laune abbestellen kann, aber ich bin im letzten Mastersemester – es ist abzusehen, dass ich einen Job annehmen werde, ja sogar muss.

Als eine Sanktion für alle, die nach der halben Strecke aufhören – etwa im Semester oder für die, die ihr Studium abbrechen, mag das in irgendeiner Weise noch gerechtfertigt erscheinen. Aber nein, wenn ich mich jetzt exen lasse und somit ohne Abschluss aus der Uni gehe, dann kann ich alles Geld behalten. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

Egal wie ich rechne oder wie ich es drehe, ich komme aus der Nummer nicht mehr raus.
So sehr ich mich über die Erfahrungen in meinem Job freuen kann und so sehr ich gerade darin aufgehe – ein bitterer Beigeschmack bleibt.

Superheldenkraft

Wie gut, dass ich bereits letzte Woche auf einer Zugfahrt, vor Wut, in die Tasten gehauen habe und diesen Text geschrieben habe. Eigentlich wollte ich ihn nicht veröffentlichen – aber nun mache ich es einfach. So unangenehm ist das wahre Leben nun manchmal. Außerdem will ich nicht grundlos in der Versenkung verschwinden und habe noch drei Minuten gefunden, diese „letzten“ Zeilen zu ergänzen:

Leider wird das vorerst einer der letzten ausführlichen Blogposts von mir – zumindest bis Ende Juli. Also die Zeit in der ich abtauche, so weh es tut, ist absehbar. Ich muss nämlich nun meine Superheldenkraft mobilisieren und meine Masterarbeit in Windeseile runterreißen, um den Schuldenberg so gering wie möglich zu halten.

Auf bald,
Eure Anni.

2 Replies to “Superheldenkraft

  1. Liebe Anni,

    ich wünsche Dir für die nächste Zeit ganz viel Kraft! Bleib gesund!
    Ich kann es gut verstehen, was da in Deinem Kopf vor sich geht. Und ja, das ist echt ungerecht. Du hast Dich rechtzeitig gekümmert und hast jetzt genau dadurch das Problem. Aber ich denke, der Weg, den Du jetzt einschlägst – so hart er leider ist – ist in dieser Situation der beste. Du schaffst das!!!
    Und glaub mir, das echte Leben ist wichtiger als Internet, Blog & Co. Ich werde Deine Beiträge zwar vermissen, aber die Masterarbeit ist deutlich wichtiger. Und Du bist ja nicht aus der Welt 🙂

    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass jetzt alles einigermaßen planmäßig läuft!

    Fühl Dich gedrückt,

    Deine Tabea
    von tabsstyle.com

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