Vor kurzer Zeit, habe ich es laut ausgesprochen: Ich werde mich nicht mehr für meine Gefühle entschuldigen. Ich werde mich nicht mehr verurteilen, für das was ich empfinde. Ganz gleich, ob es positive oder negative Gefühle sind.

Gegen Gefühle ist man machtlos. Sie überrennen dich. Sie nehmen keine Rücksicht. Und sie sind nicht rational.

Habt ihr euch schon einmal verliebt und wusstet genau, dass darf nicht sein, dass kann nicht sein. Oder seid ihr eifersüchtig, obwohl es keinerlei Grund dafür gibt?

Schon früh lernen wir, das negative Gefühle nicht in unser Weltbild passen. Wir wollen immer nur das Positive. Wir versuchen alles, um uns von abzulenken, um nichts schlechtes zu fühlen.

Flüchten in die Arbeit, suchen uns eine Aufgabe, die uns keine Zeit und keinem Raum lässt, uns unseren Gefühle bewusst zu werden.

…du darfst so nicht fühlen

Gefühle können dein Motor sein. Du fühlst dich gut bei dem was du machst? Dann wirst du das was du machst wieder und wieder tun. Das lässt sich auf fast alle Situationen des Lebens anwenden.
Und genau wie gute Gefühle dein Antrieb sein können, können unterdrückte Gefühle deine Bremse sein.

Oft denken wir, dass wir unguten Gefühlen keinen Raum geben dürfen. Das es nicht gut ist, schlechte Laune zu haben. Gerade wenn wir etwas ungutes oder „falsches“ Fühlen, versuchen wir dagegen anzukämpfen.

Habt ihr schon einmal versucht Gefühle zu verstecken, sie zu schlucken oder vielleicht zu ignorieren? Aus Scham, aus Angst, vielleicht auch, weil man nicht um diese Gefühle gebeten hat. Dann ist es genau das, was ihr seit Kindheitstagen gelernt habt.

Gefühle unterdrücken kostet Kraft, macht krank und führt im schlimmsten Fall zur Sucht. Wir sind auf der Suche nach etwas, dass dieses ungute, dieses komische Gefühl verschwinden lässt, weil wir nicht wissen wie wir damit umgehen sollen.

Wir haben keinen Einfluss auf unsere Gefühlswelt. Wir können sie nicht steuern. Sich für das was man fühlt verurteilen oder entschuldigen, wird ein Kampf, den man nicht gewinnen kann.

Das Unterdrücken, die bewussten Ablenkungsmanöver – all das kostet enorm viel Energie. Gefühle müssen gefühlt werden – auch die schlechten. Nur so kann man sie verarbeiten.

Doch die Stimme der Vernunft sagt dir genau das Gegenteil. Sie sagt: Das was du fühlst ist nicht gut, das ist nicht richtig. Schließlich stimmt etwas nicht. So ist es doch, oder?

Du darfst fühlen!

Ich habe oft versucht, mich gegen ungute oder falsche Gefühle zu wehren. Mich dafür zu verurteilen. Mir gesagt, dass ich so nicht fühlen darf. Dass es keinerlei Grund gibt, so zu fühlen. Und es hat mich jedes Mal unendlich Kraft gekostet. Kraft, eine Fassade aufrecht zu erhalten.

Und während ich also versucht habe, die unguten Gefühle wegzuschieben, sie zu unterdrücken, habe ich mich so sehr darauf konzentriert, dass sie nicht vorübergehen konnten. Ich habe die negativen Gefühle festgehalten. Mir sinnlose Szenarien ausgemalt, um damit alles nur noch schlimmer zu machen.

Doch was passiert, wenn man zulässt was man fühlt. Was, wenn man sich nicht mehr gegen die Emotionen wehrt, wenn man die Gefühle akzeptiert?

Sobald man die negativen Gefühle fühlt, kann man sie auch loslassen, vorübergehen lassen.

Gefühle zulassen hilft. Und anstatt es mit aberwitzigen Gedanken und Hirngespinsten auszumalen, spreche ich darüber. Und während ich spreche, kann ich verarbeiten was mich bedrückt. Versucht es mal.


One Reply to “Mut zum Gefühl”

  1. Ich handel nach meinem Gefühl. Stehe da auch leider ganz oft schon Knie tief im Fettnäpfchen wo andere erst noch Anlauf nehmen …*gg . Aber ich fühle mich gut . Peinliches passiert und positives lässt mich im Kreis hüpfen …aber ich ersticken auch nicht mehr daran oder es raubt mir den Atem wenn ich einfach mache ;). Das ist einfach mega wenn man die 50 hinter sich hat und sagen … YES GENAU SO 😉
    LG heidi

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