Wie gerne würde ich den Sommer verlängern. Eine weitere Auszeit irgendwo im Warmen dranhängen. Mir graut es bei der Vorstellung, dass diese Tage, die letzten warmen, sonnigen Stunden mit sich brachten. Ich bin ein Kind des Sommers. Ich brauche die energiegeladenen Sonnenstrahlen, um mich richtig lebendig zu fühlen.

Aber so sehr ich hoffe, dass der Sommer bleibt – alle Zeichen stehen auf Herbst: Die Tage werden kürzer und das Aufstehen im Dunkeln sorgt für schwere Glieder. Und auch in diesem Jahr habe ich wieder die erste Kastanie des Jahres aufgehoben – als Startschuss für die goldene Jahreszeit.

orangefarbenes gemustertes Kleid: monki
orangefarbenes gemustertes Kleid: monki

Der Abschied vom Sommer

Und auch in der Garderobe zeichnen sich die ersten Herbsttrends ab. Nicht nur deshalb, weil man früh nicht weiß wie viele Schichten einen vor dem Kältetod bewahren, während man am Nachmittag nur knapp dem Hitzetod entkommt, sondern auch weil die Farben eine andere Richtung einschlagen.

Da sind sie, die gedeckten Töne und dunkle Nuancen auf schweren oder samtigen Stoffen. Nicht nur Petrol und Bordeaux sind im Herbst und der kommenden Wintersaison die Trendfarben, auch Senfgelb und Organgetöne sind wieder in. 

Kleid: monki | Schuhe: Reno
Kleid: monki | Schuhe: Reno

Ich stelle mich nicht nur seelisch sehr langsam auf die dunkle Jahreszeit ein. Auch modetechnisch lasse ich hier alles ganz locker angehen – gekauft habe ich für den Herbst noch nichts. Sagen wir, es ist ein schleichender Prozess und so ist es kein Wunder, dass dieses orangene Flatterkleid mit wildem Blumenmix auf leichtem Stoff, meinen liebsten Übergangslook darstellt.

Spätsommer-Outfit

Passend dazu trage ich meine Basttasche. Die Tasche greift nicht nur die Farben mehr als akkurat auf, sondern spiegelt auch die Natur wider, die langsam an sattem Grün verliert. 

Die Farben und das Material sorgen sofort für Gedanken an raschelndes Laub, das vom Wind herumgewirbelt wird.

Wenn Mode deinen Gedanken Ausdruck verleiht

Mein Kleid, ein Überbleibsel der Monki-Sommerkollektion passt derzeit perfekt zum Wetter.

Der Übergang vom herrlichen Spätsommer, der mit seinen lauen Abenden an Sommernächte erinnert, hin zum bunten, wilden Herbst. Der mindestens genauso viel Schönes mit sich bringt, wie der Sommer mitnimmt, wenn er uns verlässt.

Bei diesem Kleid war es einer dieser, so oft erwähnten, Liebe-auf-den-ersten-Blick-Momente. Eigentlich bin ich kein Fan der Farbe – schon gar nicht in diesem auffälligen Mustermix. 

Es war wie so oft. Ich streife alleine durch die Läden. Das ist für mich ein bisschen wie für andere Yoga.
Ich bin dann ganz bei mir. Ich schalte ab, sobald mich meine Füße beinahe ohne mein Zutun durch die Straßen tragen.

In einem Moment, denkend, fragend, zweifelnd, riss mich dieser lebhafte Stoff aus meinem dumpfen Gedankensumpf.

Es ist unglaublich wie Mode oder Kleidung auf mich wirkt.

Während ich mich durch die Kleiderberge diverser Modemarken wühle, beginne ich zu denken.

In solchen Momenten sind alle Gedanken erlaubt: Fetzen letzter Gespräche – ob positiv oder negativ, Pläne für die Zukunft – ob nah oder fern, Wünsche, Ziele, Träume und Fragen.

Es ist irgendwie auch Inspiration und Motor für das was ich liebe: Das Schreiben. Doch Gedanken zu denken und die Energie in das zu investieren, dass einem so viel gibt, reicht nicht immer.

Es gibt Momente, in denen will ich schreien. Ich will laut sein, um meinen Gedanken und den vielen Fragen Raum zu geben. Aber ich traue mich ja doch nicht.

Ich bremse meine Emotionen und meine Gedanken, bleibe ruhig und unauffällig. 

Schließlich gehört sich das so.

Das bin ich und ich darf laut sein

Und auch an diesem einen Tag wollte ich schreien. Und dann war es da, dieses Kleid. Es passte nicht nur perfekt zum beginnenden Herbst und meiner Tasche, sondern auch zu meiner Stimmung.

Outfit für den Spätsommer
Outfit für den Spätsommer

Ich wollte brüllen und gehört werden. Und es war ein Ausdruck des Schreiens. Es verlieh mir Aufmerksamkeit. Es ließ mich erstrahlen, in dem Moment als ich es das erste mal angezogen hatte.

Ich fühlte mich wohl, sicher und schön. Ihr kennt das, wenn euch Kleidung Selbstsicherheit gibt. Und mit diesem Kleid war ich sicher. Ich schrie, wenn auch unhörbar. Und es war mir egal, ob meine Botschaft ankam.

Ich sah in den Spiegel und ich sah mich. Ich war mir und meiner Selbst sicher.
Und ich war bereit meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und sie in hörbare Worte zu verwandeln. Ganz ohne zu schreien.

Liebst,
Eure Anni

5 Replies to “Mode: Meine Inspiration, mein Motor.

  1. Ein tolles Kleid! Sehr schön um noch mal die letzten Tage Sommer zu genießen!
    Es herbstet sehr, aber gerade die letzten Tage waren hier noch mal sehr heiß…
    Ich mag ja den Herbst (das schöne Licht!) total gern und freu mich daher auf die kommende Jahreszeit! 🙂 Wobei ich die gemütliche Jahreszeit dann zwar gerne mag, aber als Fotografin ist es mir dann doch oft auch zu dunkel und düster.

    1. Liebe Christine,

      ja die letzten Sommertage waren wunderbar.
      Das Licht ist wirklich traumhaft, die Sonnenuntergänge erst. Gestern erst wieder beim Shooten gemerkt, aber die Sonne ist nun schneller verschwunden als einem lieb ist.

      Hab einen schönen Tag
      Anni

  2. Anni,

    You look absolutely stunning!!! This outfits looks so good on you. Love it so much! It’s the perfect look to say goodbye to Summer. The empty road is also a real cool scenery to shoot outfits. It is impossible to make those type of pictures where I live, haha too busy. It’s been grey and rainy here alll dayyy long without stopping. Missing the warmth from my holidays so much at the moment.

    Hope you had a very nice weekend <3
    xxxx

    1. Liebe Alice, vielen Dank für deine lieben Worte.
      Ja, du hast recht, auch im Herbst ist das Kleid absolut tragbar. Aber dann mit Strumpfhose und dicken Boots.
      Heute ist es ja schon so kalt, wie im Winter.

      Liebe Grüße Anni

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