Andere Kulturen entdecken, heißt auch kulinarische Köstlichkeiten zu probieren. Wenn ich das Ausland bereise, dann vor allem auch um andere Speisen, Gewürze oder Zubereitungsmethoden kennenzulernen. Und auch Marrakech sollte sich so authentisch wie möglich präsentieren.

Nomad Marrakech 

Eins gleich vorab – das mit Abstand beste Essen hatten wir auf unserem Ausflug in die Wüste in der Nähe von Agafay. Davon erzähle ich euch aber noch einmal gesondert mehr.

Gut wir wissen alle, dass das Essen, gerade in südlichen Gefilden, oftmals auf den europäischen Magen schlagen kann. Leider bin ich auch nicht bekannt für meinen robusten Magen und suche mir deshalb authentisches Essen da wo ich mir weitestgehend sicher sein kann, nicht drei Tage lang mit den Nachwirkungen leben zu müssen.

Vorsichtiger Genuss

Hier kommen kleine Tipps, die euch eine beschwerdefreie Zeit sichern sollten – eine Garantie gibt es natürlich nicht.

Garküchen gab es zu Hauf und man wird sicher kaum etwas anderes finden, was an Authentizität zu überbieten ist – jedoch muss ich gestehen, dass wir darum einen großen Bogen gemacht haben.

Esst Fleisch nur durchgegart.
Esst nur schälbares Obst.
Esst kein Eis, so verlockend es auch sein mag. – Außer im Nomad!
Trinkt kein Leitungswasser – wir haben es nicht einmal zum Zähne putzen genommen.
Verzichtet auf Eiswürfel. 

Trinkt lieber den herb-süßen Minztee, der schmeckt eh viel besser! Oder Nous-Nous – Milch und Kaffee – halb-halb. Ich habe darauf aber verzichtet, weil ich keine Milch vertrage. An den würzigen Geschmack von Kaffee müsst ihr euch gewöhnen. Oft ist der Kaffee nämlich mit Gewürzen versetzt.

In Thailand habe ich mal auf einem Nachtmarkt an den bekannten Garküchen gegessen – sogar Hühnchen. Es war nicht nur super lecker und überaus preiswert, ich habe es auch ohne Weiteres überlebt. In Marrakech hatte ich dabei jedoch etwas bedenken.

Food-Hotspots

Gute Restaurants finden kann man entweder über die bewährte Google-Suche, über Blogs oder Erfahrungen von Bekannten und Angestellten in den Riads/Hotels oder frei nach dem Motto „Versuch macht klug“.
Ich muss gestehen, wenn wir im Vorfeld keine Hinweise erhalten hätten, dann hätte sich das Finden der Lokalitäten, die ich euch gleich vorstelle etwas schwierig gestaltet.

In den engen Gassen wimmelt es nur so von jungen Männern, die Restaurants empfehlen. Doch nur mittels Karte, die vor der Tür hängt, die richtige Wahl zu treffen, ist reine Glückssache.

Das Essen in Marrakech ist nicht wesentlich günstiger als bei uns – vielleicht lag es aber auch an den Restaurants, die wir ausgewählt haben.

Das Dreiergespann aus Nomad, Café des Epices und Le Jardin kann ich euch sehr ans Herz legen. Leider war das Le Jardin gerade im Umbau und wir konnten dort nicht essen gehen. Aber da es zu den Häusern Nomad und Café des Epices gehört, empfehle ich dringend einen Besuch.

Nomad Marrakech

Im Nomad unweit vom großen Marktplatz erwartet euch Modern Moroccan Food – die Speisekarte hält viele Leckereien bereit. Alle Speisen sind modern interpretiert:
Es gibt Burger, Couscous, Tagine und super leckere Nachspeisen.

Bestellt ganz einfach online einen Tisch – hier geht’s zur Website.

Wenn ihr vor 20 Uhr da seid, dann sind noch viele gute Plätze frei. Mit beginnendem Sonnenuntergang wird’s eng auf dem Freisitz.

Der Look vom Lokal ist einfach der Wahnsinn. Es gibt drinnen kleine, schummrige Bereiche und zwei großzügige Dachterrassen. Der Blick auf einen Markt und über die Dächer der Stadt lädt zum Verweilen ein.

Die Deko ist super passend – ebenfalls modern interpretiert. Hier trifft rohes Bauwerk auf hippe Einrichtung. Wire Chairs, Steinguttische und fesches Geschirr haben mich auf den ersten Blick überzeugt. Lampions sorgen für eine wohlige Atmosphäre, wenn die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist.

Zum Essen kann ich nur so viel sagen: Lecker! Und das Eis erst – es ist abgeschmeckt mit heimischen Gewürzen und besonders aromatisch. Löffelt nicht zu langsam, sonst schmilzt es. 

Nomad Marrakech

Café des Epices

Wie schon erwähnt gehören Nomad und das Café des Epices zusammen – beide liegen Luftlinie etwa hundert Meter entfernt und man kann das jeweils andere Restaurant von der Dachterrasse aus bestaunen.

Im Gegensatz zum Nomad ist hier alles etwas rustikaler – es ist weniger hip, aber keinesfalls weniger gemütlich. 

Über eine Wendeltreppe erreicht man einen klimatisierten Raum mit Panoramaglasscheiben – wer sich ganz hoch hinaus traut, wird auch im Epices mit einem tollen Blick über die Medina belohnt.

Das Essen schmeckt auch hier fantastisch – ich behaupte es ist etwas traditioneller als im Nomad, aber ebenfalls auf die Touristen und die jungen Marrakchis ausgerichtet.

Unsere Vorspeise war ein leckerer Salat. Herr K. gönnte sich einen Burger und ich hatte eine vegetarische Tagine – das Essen dampfte und blubberte. Frischer geht es kaum.

Und auch hier lohnt sich eine Reservierung – Café des Epices.

…oder frühes Kommen, sichert die besten Plätze.

Café Bazaar

Mehr durch Zufall und zum Zeitvertreib entdeckten wir das Café Bazaar – hier gönnten wir uns nur einen kleinen Nachmittagssnack.

Blick vom Café Bazaar

Wenn ich schon in ein arabisches Land fahre, dann will ich auch Hummus. Kaum zu glauben, aber ich habe ihn nur dort auf der Karte gefunden. Und zum Hummus gab es das leckere helle Minifladenbrot, dass es auch am Straßenrand zu kaufen gibt – einfach köstlich.

In meinem bröckeligen Französisch habe ich sogar unser kleines Menü bestellt. 

Ich ärgere mich noch immer, dass ich nach der Schule nicht Zeit und Muße in mein bis dato gutes Französisch gesteckt habe – in Marrakech hätte uns das an vielen Stellen weitergeholfen.

Wie bereits erwähnt waren wir auch im Café de France, aber leider ist das Essen hier von minderer Qualität – Pommes, die nach Fisch schmecken und fettiges Fleisch im vegetarischen Couscous hat nichts mit gutem Essen zu tun.
Das Le Marrakchi hatte ein ganz passables Speisenangebot – hier findet man sicher etwas. Aber es gibt keinen richtigen Freisitz.

Habt ihr weitere Restaurantempfehlungen, die traditionelle marokkanische Küche servieren?

Das spielt hier vielleicht eine untergeordnete Rolle und passt so gar nicht zum glitzernden Blogger-Dasein, aber für einige dürfte es von Interesse sein – ich habe selten so ein südlich gelegenes Land erlebt, in dem ich öffentliche Toiletten derart akkurat vorgefunden habe. 

Bon appétit,
Anni

6 Replies to “Marrakech: Kulinarisch

  1. Also wir haben mehrfach an den Garküchen auf dem großen Platz gegessen. Wirklich lecker und ohne jegliche Nachwirkungen. Zunächst waren wir aber auch skeptisch.

  2. Liebe Anni,

    ich finde es toll, dass Du uns auch kulinarisch mit in Deinen Urlaub nimmst. Ich denke, die Tipps sind sehr hilfreich, auch wenn man in andere südliche Länder fährt. Aber natürlich gefallen mir auch die Restauranttipps für Marrakesch 🙂 Wobei ich die wahrscheinlich nie selbst austesten werden kann.

    Übrigens gefällt mir Dein neues Layout sehr gut!

    Viele liebe Grüße und hab einen schönen Tag!

    Tabea
    ´von tabsstyle.com

    1. Meine liebe Tabea,

      ich finde es gibt fast nichts wichtigeres als das Essen in einem fremden Land. Gutes Essen gehört für mich zu einem gelungenen Trip einfach dazu.
      Vor allem authentisch soll es sein und natürlich hochwertig.

      Ich hoffe, dass du irgendwann einen passenden Reisepartner oder eine -partnerin findest. Sehens- und schmeckenswert ist es.

      Hab einen schönen Abend und fühl dich gedrückt,
      Anni

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