Hey ihr Süßkinder,

die Gluthitze erinnert an den Urlaub im Süden – Marrakech war jedoch angenehmer temperiert. Bis Mittag herrschten sanfte 26 Grad und leichter Wind sorgte für die benötigte Abkühlung. Heute geht es weiter mit meinem Marrakech-Diary: Hier kommen zunächst meine Don’ts für die wuselige City.

Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, ob ich bedenkenlos eine Stadt weiterempfehlen kann, die mich leider menschlich enttäuscht hat. Damit euch nicht ähnliche Ärgernisse passieren wie uns, hab ich ein paar Don’ts für Marrakech für euch. Mit denen haben auch wir uns nach unserem schlechten Start ganz gut zurecht gefunden und konnten Marrakech doch noch genießen.

Den Do’s, die es absolut wert sind, Marrakech zu besuchen, widme ich noch einen eigenen Beitrag.

Neustart bitte!

Unsere Anreise war schon kein gelungener Start in unser Marokko-Abenteuer. Die Busfahrt dauerte zwei Stunden länger als gedacht – zusätzlich gab es eine nächtliche „Kaffeefahrt“. Unser Fahrer stoppte mitten in der Nacht vor einem Hotel. Wir wurden gedrängt unseren Bus zu verlassen, um dann mit schlechten Handyvideos und Hinhaltetechnik dazu überredet zu werden, irgendwelche überteuerten Ausflüge zu buchen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit und der Lüge uns solle ein Taxi ins Riad bringen, ging die Reise im gleichen Bus weiter – einen Ausflug haben wir selbstverständlich nicht gebucht.

Und auch unser erster richtiger Tag in Marrakech glich einer Katastrophe, denn wir sollten gleich an richtig fiese Menschen geraten. Ich habe bis heute keine Ahnung was wir falsch gemacht haben – aber wir sind direkt von drei jungen, großen Männern in einer entlegenen Straßen überfallen worden.

Gott sei Dank hatten wir nur wenig Bargeld dabei, in weiser Voraussicht natürlich. Den ersten schweren Schock überwunden, habe ich mich an zwei Frauen gewandt und nach dem Weg gefragt. Sie hatten mitbekommen, dass wir bedroht worden waren und ich hoffte, dass sie uns den Weg erklären würden.
Jedoch nutzten sie die Chance, um uns in einen Laden zerren zu können, damit wir uns umsehen und etwas ihrer tollen Produkte kaufen können.

Es half nichts. Kein „Nein“, kein „Wir wollen nicht“ und kein Stehenbleiben.

Irgendwann schafften wir die Flucht und schlossen uns einer Reisegruppe an, um zum Djemaa el Fna, dem großen Marktplatz in der Media, zu gelangen.
Völlig erschöpft und ich total verheult, wollten wir wenigsten noch was Kleines essen und so entschieden wir uns in ein Lokal direkt am „Big Square“ zu gehen.

Wir fragten nach Kartenzahlung – check. Geld hatten wir ja keins mehr. Wir genossen, so weit uns dies möglich war, ein ganz passables Essen und nette Bedienung. Doch was dann folgte, enttäuschte mich noch einmal mehr von Land und Leuten. Der Kellner erklärte, dass man kein Trinkgeld via Karte zahlen kann und er hatte kein Verständnis für unsere Situation, als ich ihm unter Tränen erklärte was passiert war.

Halt, das reicht doch!

Doch das sollte nicht die einzige und letzte schlechte Erfahrung sein.
Selbst ein Taxifahrer, mit dem wir vorher den Preis ehrlich und fair verhandelt haben, hat uns betrogen. Er wollte partout nicht das volle Wechselgeld rausgeben.

Ich kann zu so viel Frechheit und schlechtem Umgang gar nichts mehr sagen.
Nur weil ich Europäerin bin, heißt es nicht, dass ich massig Geld besitze und nicht arbeiten muss, um mir diesen Urlaub leisten zu können. Im Gegenteil!

Herr K. und ich haben noch an unserem ersten Abend überlegt, wie wir am schnellsten nach Hause kommen und was wir die nächsten Tage überhaupt mit uns anstellen sollen. Ich habe so eine furchtbare Situation noch nie erlebt und hatte immer geglaubt, wenn mich mal jemand überfällt, schlage ich ihn in die Flucht.

Immer und immer wieder frage ich mich: Hey, was ist nur los mit euch?

Blauäugige Touristen in Marrakech – selber schuld?!

Der ein oder andere glaubt vielleicht wir waren unvorsichtig oder typisch tourimäßig unterwegs, aber Herr K. und ich sind regelmäßig im Ausland und wir waren bereits in weitaus bedenklicheren Ecken der Welt, aber das ist uns noch nicht passiert.

Dennoch muss ich sagen, Marrakech ist eine Reise wert. Immerhin ist die mittelalterliche Stadt oder die Medina ein wahnsinnig großes Labyrinth, dass es zu entdecken gilt. Das Leben in Marrakech spielt sich vor allem auf den Straßen und den Souks, den traditionellen Märkten ab – meist wird es mit Anbruch der Dunkelheit und somit deutlich erträglicheren Temperaturen, erst so richtig wild.

Wo man vorher Platz hatte noch gut und locker spazieren zu gehen, herrscht in dämmriger Atmosphäre ein buntes Treiben in den engen Gassen – immer begleitet vom schweren Abgasgeruch und der Gefahr von einem knatterten Moped oder quietschenden Fahrrad überrannt zu werden.
Für die Touristen ist das ein wahres Schauspiel – da wird gefeilscht und geschrien, um die besten Angebote zu den heißesten Preisen abzustauben.

Marrakech: Don’ts

…damit Marrakech ein unvergesslich SCHÖNES Erlebnis wird.

Nehmt an Bargeld wirklich nur das Nötigste mit. Die meisten Verbrecher werden eh nur euer Geld wollen – teure Kameratechnik oder Ähnliches wird denen sowieso keiner abkaufen.
Mit Karte kann man fast überall bezahlen, aber manchmal geht es nicht ohne. Holt Bargeld aber am besten auf dem großen Markt – dort ist die Polizei sehr präsent.

Tragt eure Wertsachen nicht offen herum. Packt Kamera und Co. in die Tasche, holt sie bei Bedarf raus oder genießt einfach mal einen klaren Blick – ganz ohne Linse oder Display.  Fragt außerdem Landsleute bevor ihr sie fotografiert – gegen einen kleinen Obolus lassen sie das auch zu.

Bleibt auf den bekannten Wegen. Redet einfach mit niemandem, der euch grundlos auf der Straße anspricht – schaut im besten Fall einfach nach unten, setzt eine Sonnenbrille auf oder verneint, wenn euch jemand zu aufdringlich wird.

Fragt nicht einfach nach dem Weg, fragt immer erst was euch die Hilfe kosten wird.
Angebotene Hilfe nicht einfach so annehmen – auch nicht, wenn jemand sagt „No money“.

Glaubt nicht an (ungefragte) Sprüche wie:
„Der Weg ist für Touristen gesperrt.“ | „Dort geht es nicht lang.“ | „Ich bin kein Guide, ich nehme kein Geld.“

Im Fall aller Fälle ruft die Polizei oder schreit einfach laut um Hilfe.

Auch wenn wir einige schlechte Erfahrungen gemacht haben, soll das hier kein Versuch werden, euch von Marokko, insbesondere Marrakech abzuraten. Im Gegenteil – es soll euch helfen, auch wenn man so schon vorsichtig ist, wie wir, eure Reise nach Marrakech direkt von Beginn an zu genießen.

Wir hatten erst am zweiten Tag mit einem lieben Angestellten aus dem Hotel das Vergnügen, der uns genau diese Tipps gegeben hat und schließlich sollte das Marrakech-Abenteuer doch noch schön werden.

Herzlichst,
Eure Anni

4 Replies to “Marrakech: Don’ts

  1. Oh, Anni, und das gleich am ersten Tag! Jetzt weiß ich, warum ich allein solche Länder nicht bereisen werde, obwohl ich schon sehr großes Interesse daran hätte.
    Dein Tipps sind wirklich sehr hilfreich und ich denke, auch für andere Orte gut anzuwenden.

    Ich hoffe, dass Ihr dann Euren Urlaub trotzdem noch genießen konntet!

    Viele liebe Grüße,

    Tabea
    von tabsstyle.com

    1. Liebe Tabea,

      ja leider hatte ich mir unseren Urlaub auch anders vorgestellt. Ich habe mich vorher auch belesen und habe allen gesagt, die uns abraten wollten, dass das schon klar geht und im Süden Europas die Kriminalität viel höher ist – na ja vielleicht haben wir auch einfach Pech gehabt. Aber tatsächlich würde ich dir nicht empfehlen alleine dort hin zu reisen.
      Vielleicht findest du ja eine Begleitung, denn Marrakech an sich ist schon sehenswert.

      Liebe Grüße und einen Drücker,
      Anni

  2. Ahhh I still can’t get over what happened to you 🙁 I really don’t understand people sometimes and how they can be like that. I am happy though that it was just money and that you guys were not physically harmed. Still I can only imagine how you must have felt and how this can ruin a trip. I have experiences myself some things when traveling, like being ripped off by a taxi driver and but never that extreme on the street. I think that’s also one of the things that has kept me hesitant from going to Marrakech. Although I really want to visit it for such a long time already, I have always been a bit hesitant.
    Your pictures are all so amazing <3

    Hope you have a great weekend Anni!
    Love,
    Valerie

    1. Hey my cutie,

      yeah I’m so sad, that we had these horrible experiences. I couldn’t get why this happened to us – we were so careful – we always hidden our camera, our money and said no to others.
      I never had such a situation – can’t describe how I felt. Now I know, I’m not able to fight against criminals. I always thought I could be.
      I’m unhappy, because I read a lot about Marrakech and crime. And I was very happy that crime seemingly isn’t that worse – until our first day.
      But after that we had a great time – always on guard, which was stress. So if you are interested in Marrakech, because it is a very beautiful place – go for it, but never alone.

      Love
      xoxo
      Anni

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