Hallo ihr Süßen,
heute melde ich mich mit dem letzten Beitrag zur Marrakech-Reihe und nehme euch mit auf unseren Ausflug in die Wüste.

Marrakech liegt etwa drei Stunden bis zur richtigen Wüste entfernt – mit Sand soweit das Auge reicht, Sand der weich rieselt und alles in eine braune Landschaft verfärbt.

Wir wollten genau das und wir wollten Quad fahren. Ein Traum meiner Jugend sollte endlich in Erfüllung gehen. Das ist er auch, aber etwas weniger cool als ich dachte.

Herr K. und ich buchten über unseren FTI-Vertreter einen Kombi-Ausflug mit Kamelreiten, Quad und Jeep fahren, sowie einem Dinner in der Wüste. 
Wir ahnten schon, dass das ein für Touristen aufbereitetes Programm sein würde – es war aber zum Glück keine Kaffeefahrt.

Bereits im Vorfeld schauten wir nach Wüstentrips inklusive Quadabenteuer, aber wir waren uns nicht so richtig sicher, ob das dann auch alles gefahrlos und ohne Probleme ablaufen würde. Deshalb wollten wir vor Ort noch einmal genauer in die Planung gehen.

In Marrakech selber gibt es unzählige kleine Läden, die Ausflüge anbieten. Seid mir nicht böse, aber ich bin immer etwas vorsichtig mit dem Buchen von Aktionen bei Anbietern, die man nicht kennt – gerade in Ländern, die ich noch nicht bereist habe oder in denen Randgebiete nicht durchweg sicher für Touristen sind.

Ab in die Wüste

Der Trip startet am Nachmittag damit, dass uns einer der lieben Angestellten aus dem Hotel auf einem Motorroller zum Treffpunkt bringt. Unser Ritt zu dritt auf diesem klapprigen Teil war mein kleines Highlight in Marrakech.

Am Treffpunkt angekommen, empfängt uns ein lieber Kerl, der uns in einem, in die Jahre gekommenen Jeep, zum Camp in die Wüste bringen wird.
Wir fahren jedoch nicht in die richtige Wüste aus unseren Träumen, sondern in die Wüste von Agafay – ein altes Dorf, circa dreißig Minuten von Marrakech entfernt.

Wir sind an den Ausläufen des Atlasgebirges angekommen. Der Boden ist eine Mischung aus grauem Staub und groben Steinen und wenig Sand. Die Landschaft ist karg und trocken, es gibt wenig grüne Stellen.

Das Camp erwartet uns mit Zelten, einer ganzen Reihe Quads, von weitem sehen wir die Kamele. Als wir in das Innere der kleinen Zeltstadt vordringen entdecken wir die Nomadenzelte – eine Übernachtung haben wir nicht gebucht – und nehmen erst einmal Platz unter den Schatten spendenden Baldachinen.

Ritt ins Abenteuer

Es gibt eine kurze Einweisung von Anne – sie hat das Camp unter ihrer Führung und wird den ganzen Nachmittag für uns da sein.

Unser erstes Abenteuer soll ein Ritt auf dem Rücken der wackeligen Wüstentiere sein. Wir stapfen in einer kleinen Gruppe zu den großen, braunen Kamelen und steigen auf. 

In Vorbereitung auf die staubigen Abenteuer, bekommen wir eine Einweisung in das Binden von Turbanen. Das ist ein lustiges Schauspiel und es steigert die Spannung auf das was kommen wird.

Der Ritt ist gemütlich. Das Schaukeln entspannt und ich bin glücklich – noch. Der Kameltreiber ist ein lustiger Zeitgenosse und führt uns durch die kieselige und hügelige Wüste von Agafay. 
Er nimmt sich Zeit für ein paar coole Erinnerungen, aber nach knappen zwanzig Minuten ist der Zauber vorbei. 

Ich will Speed

Wir dürfen etwa eine halbe Stunde ausruhen, bevor wir auf alte, kaputte Quads steigen. Ich grinse über das ganze Gesicht, weil ich mich seit meiner Jugend auf diesen Moment freue.

Wir knattern los – ich weiß leider nicht wie schnell ich durch den Staub presche, weil mein Quad kein Tacho hat.
Und auch hier fühle ich mich wieder etwas veralbert, mein Grinsen lässt nach. Wir fahren stur eine abgesteckte Route – es gibt einen Stopp, ich freue mich riesig absteigen zu können und will ein paar coole Fotos machen.

Aber nichts da – absteigen ist nicht. Der Guide, übrigens in Flip-Flops was dem Ganzen einen lächerlichen Charme verpasst, legt die Bremse ein und nimmt uns das Handy ab.
Er knipst drei Bilder und weiter gehts – zurück ins Camp.

Foto-Jeep-Abenteuer 

Wenig später ging es dann auch schon los – zu zweit steigen wir in den Jeep, in dem wir zum Camp losgefahren sind. Wieder steigt Enttäuschung in mir auf, weil ich ahne was jetzt kommt.

Es geht über die bergige Landschaft – mal mit wenig Gas, mal mit ein wenig mehr Speed. Unser Fahrer ist sehr lieb, freundlich und lustig – aber immer am Handy.

Die Fahrt an sich ist unspektakulär – aber was dann kommt finde ich immer noch sehr süß von unserem Fahrer: Er krallt sich eines unserer Handys und gibt es die ganze Zeit nicht mehr her.

Der Fahrer ist ein wahrer Fotograf – er setzt uns so gekonnt in Szene, dass man glaubt wir haben den coolsten Ausflug aller Zeiten gemacht. Er hat sichtlich Spaß dabei und wir freuen uns über so viel Zeit, Ideenreichtum und Herzlichkeit.

Dieser Teil des Trips hat auch nicht nur zwanzig Minuten gedauert – es war schön wie viel Zeit sich unser Fahrer genommen hat, um uns im Rahmen seiner Möglichkeiten eine schöne Zeit zu ermöglichen.

Köstlicher Abschluss

Nach einem Nachmittag mit mittelmäßigen Ausflügen in die trockene Landschaft, werden wir jedoch noch mit einem super leckeren, marokkanischem Dinner verwöhnt.

Es gibt schmackhafte würzige Suppe, dazu dieses unglaublich leckere Mini-Fladenbrot. Im Nachgang gibt es eine Auswahl heimischer Salate, gefolgt von unglaublich fluffigem Couscous und Fleischbällchen-Tagine in einer wunderbaren Tomatensoße.
Als kleine Appetitanreger gibt es Datteln – endlich. Ich liebe die zuckrig-süßen Früchte.
Wir gönnen uns einen roten Wein und schließen das Dinner mit frittierten, süßen Gebäckteilchen aus Marokko.

Die Kürze der einzelnen Abenteuer hat uns schon sehr enttäuscht. Jeweils zwanzig Minuten durch die Wüste reiten oder rasen war definitiv nicht das was wir uns vorgestellt hatten.

Es war in etwa so, als ob man nur einen kurzen Einblick bekommt – wie eine Probefahrt. Nur fehlte dann die Entscheidung, welches der drei Abenteuer wir in Gänze unternehmen wollten.

Im Großen und Ganzen war es ein schöner Nachmittag, mit etwas Ernüchterung. Das Essen war schön und super lecker und wir konnten eine schöne Zeit zusammen verbringen. Das Camp war auch nicht überlaufen und alle waren höflich und freundlich. Die Musik drei junger Marokkaner war an sich sehr schön, nur leider war der Verstärker schlecht eingestellt.
Außerdem muss ich noch einmal betonen, dass ich froh bin, dass es zu keiner Zeit einen „Kaufzwang“ gab und wir nicht ins Camp gefahren worden, um Handwerkskunst, Leder oder Teppiche zu kaufen.

Liebe Grüße,
Eure Anni.

4 Replies to “Marrakech: Desert Ride

  1. Liebe Anni,

    so wie Du diesen Trip beschreibst, wäre ich sicher auch enttäuscht gewesen. Sicher gab es bestimmt auch schöne Momente nun tolle Landschaften, aber mir wäre das auch zu schnell gegangen. Vor allem hätte ich wahrscheinlich lieber länger auf dem Kamel gesessen 😉
    Das Abendessen allerdings hört sich köstlich an! 🙂

    Hab einen ganz tollen Tag und viele liebe Grüße :-*

    Tabea
    von tabsstyle.com

    1. Hallo liebe Tabea,

      ja also ich muss sagen, selbst wenn man davon ausgehen kann, dass das typische Touristen-Trips sind, dass das nicht fair ist.
      Ich habe auch in ähnlichen Ländern vergleichbare Ausflüge gebucht und bin bei Weitem nicht so enttäuscht gewesen.
      Im Gegenteil ich hatte von Safaris immer ein gutes Bild, schade eigentlich.
      Nun gehts allein mit dem Auto über Mallorca – dann machen wir Urlaub wie wir es wollen. 🙂

      Ich wüsche dir einen schönen Abend
      Drück dich, deine Anni

  2. Liebe Anni,
    die Bilder sind jedenfalls der absolute Hammer! Wirklich eine tolle Erinnerung! Und ganz ehrlich: auch wenn du etwas enttäuscht warst, ich hätte auch einen Anbieter gewählt, den man kennt als wahllos einem z.B. kleinen Laden um der Ecke vertraut in einem Land und einer Gegend, die man nicht kennt. Dieses Sicherheitsbedürfnis ist wohl typisch deutsch Andererseits laufen solche Trips ja auch vielleicht immer genauso ab, nach außen ist vieles häufig mehr Schein als sein. Letztendlich muss man das beste draus machen und ich finde solche tollen Bilder haben den Trip doch bestimmt lohnenswert gemacht

    Ganz liebe Grüße

    Doreen

    http://WWW.kuestengezwitscher.de

    1. Liebe Doreen,

      ja an den Bildern kann ich mich einfach nicht satt sehen – im Endeffekt war unser Urlaub in Marrakech ja doch schön, auch wenn man immer sehr vorsichtig sein musste. Das strengt an.
      Auch wenn uns klar war, dass ein Ausflug immer etwas geschönt dargestellt wird, hatte ich nicht mit so viel Enttäuschung gerechnet. Vor allem, weil ich in anderen Ländern schon weitaus besseres erlebt habe.

      Liebe Grüße
      Anni
      Drück dich!

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