Nachts vernimmt man sie noch, wenn auch nicht immer: die Stille. Beruhigend und beängstigend zugleich. So richtig still ist es in unserer heutigen Welt doch eher selten: Straßenlärm, Flugzeuge, das Gemurmel der Menschen in der Stadt. 
Inmitten des Waldes, fernab der Städte, gibt es sie noch: die Stille…

Blick auf Seurasaari
Blick auf Seurasaari

… durchbrochen vom Vogelgezwitscher, vom Rascheln der Blätter im Wind oder vom Knacken der Äste. 

Bei unserem Trip nach Helsinki haben wir uns natürlich auch ein paar echte Insider-Tipps geben lassen. Ein Freund verriet uns, dass wir uns bei Gelegenheit das Freilichtmuseum auf der kleinen Insel Seurasaari, die zur Hauptstadt Helsinki gehört, ansehen sollen. Gesagt – getan.

Fernab der Städte, gibt es sie noch: die Stille.

Beruhigend und beängstigend zugleich.

Nicht weit vom Stadtzentrum entfernt liegt die kleine Insel, die man leicht zu Fuß über die 200 Meter lange Holzbrücke erreicht. Das Freilichtmuseum zeigt frühe finnische Bau- und Wohnkultur. Interessante Hinweistafeln halten spannende Informationen bereit.

Weg über die Brücke nach Seurasaari
Weg über die Brücke nach Seurasaari

Seurasaari ist gerade im Sommer ein Hotspot – das Mitsommerfest lockt viele Besucher an. Doch auch zum Baden, Joggen oder Picknicken ist die kleine Insel vor der Hauptstadt gerade für Einheimische ein beliebtes Ausflugsziel.
Bei unserem Besuch Anfang Dezember haben wir allerdings nur vereinzelt andere Besucher gesehen. 

Seurasaari: Die Stille

Angekommen vor der Insel, verschafften wir uns einen kleinen Überblick. Es war kalt, der Wind ging und Teile des Wassers am Ufer waren schon zu Eis gefroren.
Es gibt nur einen Weg zur Insel: Eine 200 Meter lange weiße Holzbrücke.

Brücke nach Seurasaari
Brücke nach Seurasaari

Der Weg über die weiße Brücke hatte direkt etwas Magisches. Es wirkte düster und angsteinflößend – und dennoch anziehend. Das wenige Tageslicht gab der Szenerie einen zusätzlichen Gruselfaktor.  

Kirche auf Seurasaari
Kirche auf Seurasaari

Das ist nicht verwunderlich. Der Wald ist gerade in Märchen und Sagen oder Filmen ein wichtiges Stilmittel, um das sich auch heute noch viele Mythen ranken.

Mit jedem Schritt über die Brücke wurde es noch ein klein wenig dunkler und beklemmender. Wir gelangten zur Insel und fanden uns am Rande des Waldes wieder. Und auch von ihm ging eine gewisse Finsternis aus.

Seurasaari wirkte erschreckend gespenstisch und da war sie: die Stille. Es gab keine Menschenseele. Die dunklen Holzhütten aus dem 19. Jahrhundert machten aus dem Freilichtmuseum ein Set, das an einen Gruselfilm oder Märchengeschichten aus der frühen Kindheit erinnerte.

Haus im Freilichtmuseum
Haus im Freilichtmuseum

Ich blicke mich um und lege die Gefühle der Angst ab. Der Wald legte sich wie eine schützende Hülle über Seurasaari – die knackige Kälte wurde mit jedem Schritt, der uns tiefer in den Wald brachte, erträglicher. 

Die Stille wirkte nicht nur bedrückend, sondern auch faszinierend und sehr anziehend auf mich. Ich atmete tief ein und aus und genoss den Spaziergang, weitab vom Rummel in der Stadt.

Im Wald auf Seurasaari
Im Wald auf Seurasaari

Ende.

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