Ich bin ein Familienmensch. Ohne Familie geht bei mir gar nichts. Richtig gemerkt habe ich das erst wieder, als wir vor Kurzem als Enkel und Urenkel gemeinsam Fotos haben machen lassen, um unsere Oma zum Geburtstag zu überraschen.

Ich glaube es gibt niemanden, der sich mehr über ein Geschenk dieser Art freuen würde als unsere Oma. Bei der es am Schönsten ist, sich bei Kaffee und Kuchen, Geschichten von früher erzählen zu lassen.

Nachdem wir am Sonntag gemeinsam in die Kamera gelächelt haben, sind wir vier Enkel mitsamt vier Urenkeln noch Mittagessen gewesen. In dieser Konstellation haben wir uns noch nie getroffen und es war ein wirklich schöner Vormittag, dem es an nichts gefehlt hat.
Es war total verrückt, dass wir als Brüder und Schwestern, Cousinen und Cousins nun dort zusammengesessen haben. Gemeinsam mit den Kindern gespielt haben – so wie wir damals die spielenden Kinder waren, als sich unsere Eltern getroffen haben. So fühlt es sich also an, das Erwachsensein.

Nun liegt es an uns den Familienzusammenhalt fortzuführen: Wir sind eine recht große Familie, die vergleichsweise nah beieinander wohnt. Regelmäßige Treffen sind dennoch eher seltener Natur – persönliche Verpflichtungen und mehr als 15 individuelle Terminkalender sei Dank.
Unter uns gibt es zudem noch einen Weltenbummler – mein Cousin hat es gewagt und schippert als Crewmitglied auf einem Kreuzfahrtschiff über die sieben Weltmeere. Daher ist es immer etwas ganz Besonderes, wenn wir es schaffen alle zusammenzukommen.

Falls du das liest: Ich bin ein klitzekleines bisschen neidisch, dass ich damals nicht auch mutig genug gewesen bin, genau das auszuprobieren.

Ich mit geschlossenen Augen

Familie heißt für mich, füreinander da zu sein, zu helfen, zuzuhören, gemeinsam schwere Zeiten zu überwinden und trotzdem den anderen sein Leben leben lassen. Und wer hätte gedacht, dass der erste Mann, mit dem ich mal zusammenziehe mein Cousin ist.

Für mich besonders schön, ist die Zeit mit meinem Bruder – den ich nie nur für mich habe. Obwohl wir auch dieses Mal nicht alleine waren, merke ich in solchen Momenten, wie glücklich ich bin kein Einzelkind zu sein.

Während wir früher natürlich auch viele erbitterte Kämpfe ausgefochten haben, ist es heute schön jemanden zu haben, mit dem man über gemeinsame Erlebnisse der Kindheit reden und lachen kann.
Dank ihm bin ich auch dreifache Tante – eine der Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.

Früher konnte ich mich mit dem Gedanken meine Mutt als meine Freundin anzusehen, nicht anfreunden. Schließlich soll eine Mama Erziehungsarbeit leisten. Bis zu einem gewissen Alter, ist das denke ich auch der richtige Weg. Umso mehr freue ich mich, dass ich meine Mutt heute auch und sicher auch aus diesem Grund als meine Freundin sehen kann.
Ich habe schon früh gelernt, mich und meine Ängste nicht zu verstecken, mich offen mitzuteilen oder bei Problemen das Gespräch zu suchen.
In meiner Mutt habe ich heute also nicht mehr nur eine Mama, sondern auch eine Freundin, die mir zuhört –

ganz ohne eine Wertung oder Bewertung erwarten zu müssen.

Doch nicht nur meine Mama ist das Gerüst, auf dem ich sicher baue. Mein Pap steht auf der anderen Seite und hält das Gebilde zusammen.
Auch wenn er weniger greifbar war, so konnte die Bindung heute zu einer noch intensiveren wachsen.
Egal wie spät es ist, egal aus welchem Grund, er ist einfach immer da, mein Pap.
Meine Eltern sind immer mein Halt, gerade dann, wenn ich wieder einmal mehr das Gefühl hatte vom nächsten Erdbeben der Gefühle überrannt zu werden.

Ich mit geschlossenen Augen

Man sucht sich seine Familie nicht aus. Während man bei Freunden den gemeinsamen Nenner sucht, muss man in der Familie damit leben, dass es auch mal Unstimmigkeiten oder ungeteilte Ansichten gibt. Auch bei uns ist nicht alles „Happy Family“. Trotzdem einen Weg zu finden, um ein Team zu sein, ist die große Kunst, die wir denke ich ganz gut beherrschen


Ende.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.