Neuer Job, neues Leben. Immer in der Hoffnung, dass es das jetzt ist. Immer dabei, die Angst zu scheitern.

5:45 Uhr. Der Wecker klingelt. Vor ein paar Tagen habe ich mich zu dieser Zeit noch einmal gemütlich umgedreht.
Es ist der 1. April. Und es ist kein Scherz: Ich habe einen neuen Job.

Ich bin erstaunlich ruhig. Die Aufregung steigert sich erst über die nächsten Stunden. Einen Wimpernschlag später ist der Tag auch schon vorbei. So viele Eindrücke, die ich wahrscheinlich noch Tage und Wochen verarbeiten werde.

Detailaufnahme Arme

Meine Tage beginnen früh und enden spät – meine Gedanken sind gerade nur bei einem Thema: neuer Job. Und jetzt bloß nicht versagen.

Aktuell rasen die Tage nur so dahin. Ich wünschte, ich könnte mich zweiteilen. Zeit für andere Dinge? Wenig. Ob mich das stresst? Schon etwas. Ich mag es nicht, Dinge auf meiner Agenda auf den nächsten Tag zu schieben.
Und gleichzeitig macht es mich glücklich, ausgelastet zu sein. Ich bin lieber gestresst, als gelangweilt.

Ich sitze am See
Doppelbelichtung am See

… wie schon so spät?

Diesen Gedanken habe ich in den letzten Tagen beim Blick auf die Uhr häufiger. Ich weiß gar nicht mehr, wann mir das zuletzt so ergangen ist.

Meine Tage beginnen früh und enden spät – meine Gedanken sind gerade nur bei einem Thema: neuer Job. Und jetzt bloß nicht versagen.

Doppelbelichtung

Alles aufsaugen – wie sortiere ich Wichtiges, von Unwichtigem. Etwas, was ich sonst zu meinen Stärken zähle. Ich bin ein Monk und Struktur und Ordnung machen mich glücklich.

Ich kenne meinen Job. Marketing ist für mich kein Fremdwort mehr. Und doch hat jedes Unternehmen seine ganz eigene Dynamik, seine ganz spezielle Herangehensweise. Theorie schön und gut, aber du musst wissen, wie es im Detail funktioniert.

Neue Aufgaben. Mehr Verantwortung. Neues Team. Komplexe Strukturen. Völlig neues Arbeitsmodell. Zeit zum Ankommen? Längst vorbei oder halt: Gab es die überhaupt?

Ich stehe Rücken an Rücken

Ich habe mich drei lange Monate auf diesen Schritt gefreut. Drei Monate warten. Rätseln, ob es das jetzt für mich ist.
Wie es sich entwickelt? Das weiß wirklich niemand. Aber derzeit bereue ich meine Entscheidung nicht. Im Gegenteil, ich freue mich auf das was kommt.

Ich lache

In den letzten Wochen habe ich immer wieder gemerkt, dass es wichtig ist, gerne für das aufzustehen was man macht. Dass man für seinen Job brennen muss. Dass man das gute Gefühl braucht, etwas richtig zu machen.

Und all das hatte ich nicht mehr. Keine Freude, keine Herausforderung, kein Wachsen an den täglichen Aufgaben.

Das Arbeiten gehört zum Leben dazu, wie das Geborenwerden und das Sterben. Also war für mich schon immer klar, dass ich da draußen etwas finden muss, was mich bei Laune hält. Stures Abarbeiten, ohne jegliche Herausforderung, gehört auf keinen Fall dazu.

Ich springe in die Luft

Und da ist sie, die Herausforderung, die ich so sehr brauche. Endlich fühle ich mich wieder gefordert. Direkt seit Tag eins kann ich meine Energie und meine Ideen in Projekte fließen lassen.

Den Sprung ins kalte Wasser kenne ich. Kaltes Wasser reizt mich, immer noch. Ich habe gelernt mir zu vertrauen, meiner Arbeit, meinem Wissen, aber auch meinem Wissensdurst.

Auch in vergangenen Jobs, habe ich direkt das Steuer übernommen – das Vertrauen in meine Arbeit und mein Können war und ist nach wie vor da. Und dennoch spüre ich sie – die Angst zu scheitern.

Hab ich mir zu viel zugetraut? Hab ich die Stelle unterschätzt? Was, wenn ich falle?

Doch ich versuche in der Angst das Positive zu sehen. Schärft sie doch meine Sinne, meine Aufmerksamkeit.


Ende.

One Reply to “Die Angst vorm Scheitern”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.