Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich mit einem speziellen Thema zu Wort. Es geht dieses mal nicht um Mode, farbenfrohe Looks und ein lachendes Gesicht, dass Outfits mit unbekümmerter Leichtigkeit präsentiert. Heute wird es persönlich. Heute wird es nachdenklich. Heute wird es auch ein bisschen traurig.

Wir kennen ihn sicher alle, diesen Moment in dem man denkt: Das fühlt sich komisch an.
Auslöser sind oftmals kleine Dinge, für andere unbedeutende Worte, unerwartete Erlebnisse oder Erwartungen, die nicht erfüllt werden.

Viele können mit einer Leichtigkeit über kleine Enttäuschungen hinwegsehen oder haben nach kurzer Zeit vergessen was passiert ist. Klar, jeder ist anders und geht mit solchen Situationen anders um.

Ich muss zugeben, dass ich in letzter Zeit häufiger bemerke, dass ich das nicht so einfach kann wie andere. Und ich rede hier nicht davon, dass ich über die Maße nachtragend bin.

Und dann frage ich mich, was sich da eigentlich genau komisch anfühlt und oftmals habe ich nicht einmal eine rationale Antwort darauf. Sie ist dann eben einfach da: die Traurigkeit.

Und ich kann einfach nichts machen, damit es schnell wieder aufhört.
Ich kann mich eigentlich nicht einmal mehr daran erinnern, wann das genau angefangen. Aber es war irgendwann in meiner Jugend.

Offen gesagt, reagiere ich sehr sensibel auf unterschiedlichste Themen. Sie können noch so belanglos, für andere, für Außenstehende sein und ich fange an darüber nachzudenken.
Nach außen hin konnte ich eigentlich immer recht gut verstecken, wenn es mir wieder einmal nicht gut ging oder ich mich verletzt gefühlt habe.
In solchen Momenten war ich dann immer besonders fröhlich, hab Gas auf Partys gegeben und gelacht, so laut, dass jeder denken musste oder gar gezwungen war zu glauben, dass alles in bester Ordnung ist.
Dabei sah es in mir so aus:

Wann hört das endlich auf? Ich wünschte ich nie würde nie wieder etwas spüren, nie wieder etwas fühlen.

Schwäche zu zeigen ist in unserer Gesellschaft ja sowieso ein großes Manko und kann eben schnell dazu führen, dass sich Menschen abwenden. Mir fällt auch auf, dass Verletzlichkeit oft missverstanden wird und es wirklich sehr schwer ist, sich überhaupt mitzuteilen. Immerhin ist es kein Geheimnis, dass jeder Gefühle, Situationen oder Erlebtes anders aufnimmt und interpretiert. An dem einen prallt es ab, an mir leider nicht so leicht.

Doch es geht mir nicht alleine so, wir kennen sie alle, die Traurigkeit – dieses Gefühl allein zu sein oder nicht zu wissen wohin mit sich.
Ich gebe zu, ich habe recht häufig diese Momente. Natürlich habe ich auch schon darüber nachgedacht, ob das noch normal ist. Aber ich kann einfach nicht nicht denken, schon gar nicht, wenn mich etwas beschäftigt.

Ich habe alles probiert: Laufen bis zum Erbrechen, Fahrradfahren, Wände anstarren, Nächte durchtanzen … Aber selbst dabei sind meine Gedanken unerträglich laut.
Ich kann nicht einmal richtig beschreiben was dann genau in mir vorgeht. Ich habe dann selten eine Kontrolle über meine Emotionen. Manchmal laufen die Tränen, fast wie von Zauberhand. Manchmal ist da diese Wut, nicht gehört zu werden oder es ist so als ob man von außen zusieht, wie schwach man ist.

Traurigkeit ist ja ohne Frage eine ganz individuelle Empfindung und ich glaube, dass andere besser damit umgehen können als ich. Auch wenn ich den Auslöser für meine Gefühlsachterbahn kenne und auch einschätzen kann, dass es kein ernstzunehmender Grund zur Sorge ist, bin ich wirklich nicht besonders gut darin, die beklemmenden Gefühle abzustellen.

Immer wenn es wieder solche Momente gibt, dann greife ich zu meinem Tagebuch und lasse die Gedanken frei. Vor allem, dann wenn ich bereits weiß, dass kein anderer begreifen wird, was in mir vorgeht.
Dass Schreiben mir schon immer geholfen hat, merke ich auch gerade jetzt in diesem Moment. Während ich diese Worte verfasse, die einmal nicht davon zeugen, dass ich „perfekt“ bin, wird es leichter. Dann sind die Gedanken leiser.

Kennt ihr diese Gefühle und wenn ja, wie geht ihr mit dieser Traurigkeit um?

Liebe Grüße,
Eure Anni.

14 Replies to “Das fühlt sich komisch an.

  1. Liebe Anni,

    wirklich ein sehr persönlicher Post.
    Ich kenne das in ähnlicher Weise. Oft merkt man es mir nach Außen nicht an, wenn irgendwas ist, aber in mir bzw. meinem Kopf kreisen die Gedanken. Und hören nicht auf. Hab ich was falsch gemacht? Bin ich so anders? Warum kann ich die Gedanken nicht abstellen und einfach weitermachen?
    Früher habe ich dann auch bei anderen den Clown raushängen lassen. Jetzt funktioniere ich in solchen Situationen einfach. Was auch nicht gut ist (hatte mir mein Therapeut gesagt, als ich früher in Behandlung war).
    Wenn ich Zuhause allein bin, lasse ich meinen Emotionen einfach ihren Lauf. Wenn es zu schlimm wird, versuche ich mich abzulenken. Wichtig ist, dass man etwas findet, dass einem beim Ablenken hilft. Bei Dir ist es das Tagebuch. Ich habe Gedichte geschrieben.
    Ganz abstellen kann ich das alles bis heute nicht. Aber ich kann besser damit umgehen.

    Fühl Dich gedrückt! :-*

    Tabea
    von tabsstyle.com

    1. Tabea meine Liebe,

      ich bin froh, dass es anderen auch so geht. Das ist ein Trost und hilft mir zu glauben, dass ich nicht unnormal bin.

      Ich finde es auch toll, dass du offen äußerst, dass du dir Hilfe gesucht hast. Denn daran ist nichts schlimmes, sondern es zeigt, dass man mutig ist und man die Kraft hat sich da rauskämpfen zu wollen. Außerdem merkt man daran auch, dass man nicht verrückt ist. Was andere vielleicht schon glauben könnten.

      Genau die Fragen, die in deinem Kopf schwirren sind es, die mich auch beschäftigen. Und oft glaubt man, dass andere gar nicht verstehen können, wie schwer es ist, diese abzustellen.
      Es geht manchmal einfach nicht.

      Ich drück dich auch.
      Anni ❤️

  2. Liebe Anni,

    wow, finde ich echt stark von dir, dass du so eine persönliche Seite so öffentlich machst. Und das meine ich absolut positiv – denn ich glaube, es geht vielen Menschen so, die nicht wissen, wie sie damit umgehen soll. Darüber reden und vor allem dazu stehen ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

    Tatsächlich ging es mir früher ähnlich. Vor allem in der Zeit zwischen 14-17 Jahren. Möglicherweise lag das an der Pubertät, aber auch da half es mir Tagebuch zu schreiben. Sich die ganze Traurigkeit einfach von der Seele schreiben… wenn ich es heute lese, finde ich’s fast gruselig und auch befremdlich.

    Denn ich habe irgendwann angefangen einfach positiv zu denken, den Moment zu genießen, mich nicht unterkriegen zu lassen und Dinge nicht für selbstverständlich zu nehmen. Dieses positive Lebensgefühl LEBE ich & seither geht es mir besser. Manchmal muss man einfach umdenken 🙂

    Liebste Grüße,
    Sarah // http://www.vintage-diary.com

    1. Liebe Sarah,

      tatsächlich habe ich überlegt, ob ich darüber überhaupt schreiben soll. Aber es wird kein Umdenken geben, wenn man nicht öffentlich über Schwächen spricht.
      Ich kenne die Phasen, die du beschreibst auch aus meiner Pubertät und frage mich manchmal wirklich, wie man so drauf sein konnte.

      Heute ist das etwas anders. Ich denke viel, um zu reflektieren, um Situationen so vielseitig wie möglich zu beleuchten. Dabei gerät man sicher auch in so einen kleinen Strudel, der das eigentliche Problem überdeckt.
      Worum es aber vor allem geht ist, dass mich Enttäuschungen leichter aus der Bahn werfen als andere.
      Und da hilft eben manchmal auch kein positiv denken. Und dennoch versuche ich positiv zu denken und zu leben und es gelingt mir im Großen und Ganzen ja auch gut.
      =)

      Lieben Dank für deine ehrlichen Worte,
      ich wünsche dir einen schönen Abend.
      Anni

  3. Liebe Anni,

    Vielen Dank für diesen intimen, emotionalen und ehrlichen Text.
    Du bist nicht allein. Ich kenne so eine Traurigkeit und auch bei mir weiß ich manchmal warum ich sie empfinde und manchmal auch nicht. Ich war noch nie gut darin über meine Gefühle zu schreiben, geschweige denn zu sprechen. Das musste ich erst lernen. Manchmal braucht es einen besonderen Menschen, der einem zeigt, dass man nicht allein ist und der alle Gefühle, seien sie noch so scheinbar lapidar, ernst nimmt.

    Alles Liebe,
    Lina

    1. Liebe Lina,

      ich hätte nie damit gerechnet, dass ich so viel positives Feedback erhalten würde. Umso mehr freut es mich natürlich, dass man zum einen weiß: du bist nicht allein, du bist nicht verrückt und zum anderen: man hilft auch anderen und natürlich auch sich selbst.

      Ich hoffe, dass auch ich so viel Glück habe wie du und jemanden finde, mit dem ich auch reden kann, egal über was. Und man sich dabei sogar noch aufgehoben und verstanden fühlt.

      Fühl dich gedrückt,
      Anni

      1. Fühl dich gedrückt
        Besonders wichtig finde ich auch, dass dieser Teufelskreis von „wir müssen alle stark sein“ durchbrochen wird. Ich werde meiner Tochter zeigen, dass Gefühle zeigen nicht von Schwäche zeugt… ich werde weinen, wütend sein und lachen ohne es vor ihr zu verstecken und ihr zeigen, dass es völlig in Ordnung u normal ist!

        Liebe Grüße

        1. Ich glaube, dass du damit auf dem richtigen Weg bist!
          Ich bin auch immer häufiger „schwach“, als gespielt fröhlich. Auch wenn ich damit anecke.
          Aber ich habe die Hoffnung, dass die Menschen, die sich wirklich für mich und meine Belange interessieren, auch hinter die Fassade blicken wollen.

          Liebste Grüße,
          Anni

  4. Liebe Anni,

    erst einmal WOW für den Mut einen solch persönlichen Post zu veröffentlichen! Ich denke du bist mit diesen Gefühlen ganz und gar nicht allein. Manchmal frage ich mich, ob so etwas nicht auch ein gesellschaftliches Phänomen ist, denn wie du schon sagst, keiner möchte Schwäche zeigen. Ich hatte auch oft das Problem, dass ich Dinge viel zu lange mit mir selbst ausmachen wollte. Grundsätzlich bin ich ein absolut positiver Mensch und sehe schnell über so ziemlich alles hinweg. Aber auch ich kenne dieses Gefühl tiefer Traurigkeit, die aus dem Nichts einfach da ist. Ich habe gelernt darüber zu reden, wenn es nicht von allein weg geht und oft verstehe ich durch diese Gespräche erst den Grund. Das hilft und mir geht es damit grundsätzlich besser. Vermutlich ist es genau das Gleiche wie bei dir mit dem Tagebuch schreiben.

    Aber denke immer daran: Gefühle können niemals eine Schwäche sein und du bist defintiv nicht allein damit. 🙂

    Liebe Grüße,
    Laura

    1. Liebe Laura,

      danke für deine lieben Worte. Und das was du ansprichst, mit dem Probleme mit sich selbst ausmachen, ist auch ein Punkt, der zu der Traurigkeit beiträgt.
      Und ich versuche schon mehr über meine Probleme oder Sorgen zu reden, was vor einiger Zeit noch richtig schwer war. Ich habe dann einfach vieles geschluckt. Aus Angst, dass die anderen sich von mir abwenden, wenn ich auch einmal meinen Missmut äußere.
      Ich habe gelernt, dass gesunde Beziehungen aber genau das brauchen: Offenheit und auch dann, wenn die Themen nicht angenehm sind.

      Ich bin sonst auch positiv eingestellt, sorge für gute Laune und hab den größten Spaß am Lachen und fröhlich sein und hoffe, dass das auch, trotz der traurigen Momente, so bleibt.

      Liebste Grüße,
      Anni

  5. Liebe Anni,
    ich finde es sehr mutig, dass du so offen über dieses Thema schreibst! Bestimmt können sich viele in diese Situation hineinversetzen und empfinden ähnlich wie du. Da tut es sicher gut, zu wissen, dass man nicht allein ist. Traurigkeit kennt jeder, ich auch. Inzwischen muss ich aber sagen, dass ich wesentlich ausgeglichener bin, was meine Emotionen und Gefühle angeht (bei mir hängt es mit dem Absetzen der Pille zusammen). Wenn ich mal traurig bin, dann lasse ich es zu. Meist geht’s mir dann schon am nächsten Tag viel besser.
    Sei gedrückt und gewiss, dass du nicht allein bist!
    Liebste Grüße
    Andrea von http://www.chapeau-blog.de

    1. Liebe Andrea,

      Danke für deinen lieben und ehrlichen Kommentar. Der Punkt mit der Pille klingt plausibel.
      Ich habe sie auch abgesetzt, aber das ist schon etwas länger her. Vielleicht ist es bei mir auch ein Grund, warum ich vermehrt emotional und traurig reagiere.
      Ich kann auch nicht mehr so gut, wie noch vor einiger Zeit, „gute Miene“ machen. Aber das will ich auch gar nicht, denn dann platzt es meist etwas später mit noch mehr Emotionen aus mir heraus.

      Liebe Grüße,
      Anni

  6. Sehr wichtiger und authentisch geschriebener Artikel. Das Thema ist sehr groß und jeder geht damit anderes um. Ich denke, dass es bei jedem auch andere Gründe sind. So wie Du es beschreibst habe ich mich manchmal auch gefühlt, als ich die Pille noch genommen habe. Jetzt, knapp 2 Jahre später habe ich ein ganz anders Lebensgefühl und bin viel positiver und energiegeladener.

    Liebe Grüße aus Berlin,

    http://www.ChristinaKey.com

    1. Liebe Christina,

      ich freue mich wirklich, wenn ich mit ehrlichen Worten auf solche positiven Reaktionen stoße. Tatsächlich habe ich mit der Pille auch noch stärkere Schwankungen meinen Gefühlswelt gespürt – ich verzichte auch seit knapp 2 Jahren auf dieses Mistding – und es geht mir wesentlich besser.

      Liebste Grüße Anni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.