Blender. Lügner. Neider. Mir bereitet es Sorgen, dass genau solche Menschen ein immenses Selbstbewusstsein besitzen und das Talent sich Gehör zu verschaffen und andere mitzureißen. Schon in meiner Jugend habe ich Menschen getroffen, die ich auch heute noch als selbige bezeichne. Einige waren derart toxisch, dass ich auch jetzt noch Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen habe – Stichwort Vertrauen.

Freunde, die in Wahrheit Feinde waren – sogenannte Frenemies. Einen herrlich ehrlichen Post hat die begnadete Bloggerin Lina Mallon dazu geschrieben: 10 Dinge, an denen du erkennst, dass du einen Frenemy hast.
Wir alle hatten diese eine Freundin, die dich nur zur Freundin hatte, um von dir zu profitieren.

Ich habe es geschafft und Schluss gemacht. Schluss mit solchen Menschen. Dachte ich – denn dank Social Media holt mich die Vergangenheit immer wieder ein.

Schattenseiten des Social Media

Ein Phänomen an Social Media, dass mich besonders wütend macht, ist, das einer Vielzahl solcher Personen eine Plattform gegeben wird. Und das sogar über das Web hinaus. Da schreiben „Journalisten“ Texte zu Möchtegern-Instagram-Bloggern, die nicht die leiseste Ahnung davon haben was Bloggen eigentlich wirklich bedeutet.

Und das nicht etwa, weil sie abseits ihrer charakterlichen Schwächen, für so guten Content sorgen.

Was diese Personen besonders gut können und auch im Social Media publizieren?
Ideen kopieren, sich am Misserfolg anderer ergötzen und das Können anderer herabwürdigen.
Und das Schärfste ist dann noch, dass sie damit scheinbar so viel Erfolg haben.

Instagram ist zu einer Plattform geworden, auf der jeder auf einmal das Zeug zum Social Media Star hat – wichtigster KPI: Follower.
Dabei ist das bei Weitem kein Kennzeichen mehr dafür, dass eine Person das Zeug zum Influencer oder Geschäftspartner hat.
Ganz besonders schlimm wird das Ganze, wenn dann offensichtlich geschönten Zahlen Glauben geschenkt wird und das alleiniges Maß der Authentizität ist.

Ich kann nur empfehlen die Profile genau unter die Lupe zu nehmen, um Fehler wie diese zu vermeiden:

  • Viele Follower – einziger Indikator für viele Firmen eine Kooperation einzugehen.
  • Kein intensiver Blick auf Interaktion und Qualität der Kommentare – gute, schlechte Kritik, Bewertung, Sinnlos-Emojis oder hitzige Diskussionen.
  • Keine Bewertung der Qualität des Feeds.

Mit diesen wenigen Schritten stellt sich sehr schnell heraus, dass oft nur ein geringer Bruchteil der Follower überhaupt auf das Bild reagiert. Das kann ein Anzeichen für gekaufte Follower sein. Ebenso wie nicht erkennbares oder negatives Wachstum – über Monate hinweg.
Zu guter Letzt sollte man auch einen kritischen Blick auf die Rechtschreibung und den Schreibtstil werfen. Und natürlich, ob und wie der Blogger oder Instagrammer zur Marke passt.

Liebe Firmen, Medien und Politiker, wollt ihr Werbung oder Botschaften an unechte Follower richten und wollt ihr euch wirklich mit einer Person und ihrem Text, übersät mit Rechtschreibfehlern und dem sprachlichen Niveau eines Viertklässlers, brüsten?

Dann kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch.

Doch die Realität sieht anders aus: Plötzlich steht eine ganze Horde dieser Möchtgernblogger in einem besseren Licht als ernstzunehmende Blogger.

  • Die, die sich stundenlang hinsetzen, Redaktionspläne erarbeiten, Texte mit über 1000 Worten verfassen, Bilder produzieren und bearbeiten.
  • Die, die das Ganze layouten und anschließend vermarkten.
  • Die, die neben dem 40h Fulltime Job noch ein eigenes kleines Business hochziehen, werden damit in ihrer Arbeit diskreditiert.

Und im schlimmsten Fall müssen sich eben diese vor Gericht rechtfertigen, weil sie redaktionelle Inhalte nicht als Werbung kennzeichnen.

Ich habe große Angst, dass Menschen, mit fragwürdiger Intention und voll mit Neid und Missgunst, zu der Gruppe gehören, die mitreden dürfen.

#fürmehrrealitätaufinstagram

Die oftmals fehlende Medienkompetenz macht es möglich, dass nahezu jeder Quatsch, der im Internet erzählt wird, als Realität angesehen wird. Dazu reicht es oftmals den Post mit dem Hashtag #fürmehrrealitätaufinstagram zu versehen. Da werden Lebensstile gefeiert, die krankhaft sind und bei naivem Social Media Konsum durchaus gefährlich sein können.

Ich habe mich eingehend mit Medienrealität und Medienwirkung befasst. Dennoch bin ich nicht allwissend, habe aber gelernt mich umfassend mit Themen auseinanderzusetzen und Inhalte reflektiert zu betrachten.

Content Is King

Ich möchte nicht behaupten, dass mein Inhalt qualitativ besser ist als anderer, dass ich damit etwas bewege. Doch verzichte ich auf Halbwahrheiten oder schlichtweg falsche Inhalte.
Was ich ebenfalls vermeide: Themen aufzumachen und sie als meine Ideen verkaufen. Das nennt man im Übrigen Plagiat.

Sollte ich mich inspiriert fühlen – durch Blogger, Influencer oder Journalisten – und das ist es was ich an Social Media auch schätze, dann kennzeichne ich das. Oder ich gebe die direkte Quelle an – was im Übrigen auch davon zeugt, dass ich mich außerhalb meiner Filterblase bewege, mich weiterbilde und mich weiterentwickle. Etwas, dass ich als positiv bewerte.

Man könnte jetzt natürlich meinen, dass ich genau das betreibe, was ich eben als so unangemessen bezeichnet habe. Ich spreche über andere schlecht und erhöhe damit meinen Score.
Das soll es nicht sein. Dieser Beitrag ist vielmehr ein Auseinandersetzen mit einem aktuellen Fall, der mich selbst betrifft. Warum ich das Ganze nicht persönlich bespreche? Vermutlich, weil das so oder so seinen Weg ins Social Media findet und ich gerne meine eigene Sicht der Dinge darlegen möchte.


Ende.

4 Replies to “Blender. Lügner. Neider.

  1. Jaja ,solche Blender und Neider kenne ich. Vor allem, seitdem ich eine gute Reichweite in Dresden habe durch meine Zeitungsartikel.
    Da kamen auf einmal Menschen, mit denen ich schon ewig nix mehr am Hut hatte.

    Naja und bei Firmen nervt es mich massiv, dass sie meinen, mir jeden Müll andrehen zu können, weil ich ja ein „billiges“ Werbemedium bin… ohne Worte.

    Hab einen schönen Sonntag.
    Liebste Grüße
    Sarah von http://ossilinchen.com

  2. Na, da musstest Du ja mal ordentlich Luft ablassen! Ja, ich denke auch, dass Du genau das tust, was Du anderen vorwirfst. Anstatt selbstbewusst und erhobenen Huaptes zu sagen/denken „Die können mich alle mal. Ich verbiege mich nicht, um mehr Follower zu haben… “ stellst Du Dich auf ein Podest. Bist besser als die „Möchtegern-Influencer“. Ich verstehe Dich schon. Ich denke manchmal ähnlich. aber ich würde niemals so reagieren. Ich bleibe bei meiner Qualität und kümmere mich nicht um Neider. Ich gebe aber auch nicht mit meinen Erfolgen an. Allerdings ist es so, dass ich nicht von meinem Blog leben muss. Das gibt mir sehr viel Freiheit.
    Viel Erfolg weiterhin!
    Ulrike

    1. Du scheinst leider nicht verstanden zu haben, dass es hier weniger um Möchtegern-Influencer geht, als um ein persönliches/privates Problem, welches zu dem Thema passt und ich damit abhandele.
      Immerhin betone ich eingangs, dass es um Menschen geht, die mir sowohl offline als auch online, Ärger machen. Und solche sehr wohl gefährlich werden können.

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