Hallo ihr Lieben,

die Kälte hält uns alle in Schach. Egal wo man geht oder steht, ob man zusieht, zuhört oder liest: alle wollen mildere Temperaturen. Auch in der Berlin, auf der diesjährigen Berlinale, hätte ich mir die gewünscht.
Nun gut, es war dort ein Glück noch verhältnismäßig angenehm und die meiste Zeit, habe ich eh im Kinosaal verbracht.

Ja, die Berlinale. Das ist schon ein ganz schön großes Event. Als drittgrößtes, internationales Filmfestival, lockte sie mich dieses Jahr nun doch. Immerhin ist es mein letztes Jahr an der Uni, na ja wohl eher nur noch ein Halbes und da dachte ich mir, dass ich das noch mitnehmen sollte. Auch wenn es finanziell schon nicht ohne war.
Als Medienstudent hat man einmal die Chance eine Akkreditierung zu bekommen und da mein Professor selbst Filmschaffender ist, hatte ich die besten Connections, um an eine solche heranzukommen.

In den Vorjahren waren bereits Freunde und Kommilitonen von mir dort und berichteten nur Gutes. Also bin ich zusammen mit einer Freundin nach Berlin gefahren. Unsere kleine Reise startete am 15. Februar, dem Eröffnungstag der Filmfestspiele. Wir planten bis zum 20. Februar zu bleiben, reisten aber schon einen Tag eher ab.

Ich freute mich riesig und hatte große Lust, das Festival zu erleben. Was mich erwarten würde, wusste ich natürlich nicht so richtig, aber ich hoffte auf eine Menge Programm, interessante Leute und natürlich tolle Filme.

Das Festival unterteilt sich in verschiedene Sektionen, darunter den Wettbewerb, das Forum, die Hommage, die Lola und noch andere mehr.
Ich wollte auf jeden Fall auch Filme aus dem Bereich Wettbewerb sehen, die auf der Berlinale ihre Weltpremiere feierten. Klar, deshalb ist man ja auch irgendwie da.

Wir starteten am Donnerstagnachmittag und holten im Akkreditierten-Service-Center unsere Ausweise, einen coolen Rucksack und alle nötigen Infos ab.

 

Wir erfuhren, dass man für die meisten Filme und Kinos zusätzlich zu unserem Ausweis auch eine Kinokarte braucht. Dafür gab es leider nur einen Schalter, der die Karten für den ‚heutigen‘ und den Folgetag vergeben hat. Und dass für tausende Studenten. Um nun eine der heißbegehrten Karten zu bekommen, hätten wir uns

  • a) ab 06:30 Uhr anstellen oder
  • b) nach mehrfacher Aussage der Mitarbeiter Anstellen und auf Restplätze hoffen müssen.

Am ersten Abend wollten wir gleich unser Glück mit Variante b versuchen und eine Pressevorführung besuchen. Doch leider gewährte man uns keinen Einlass, weil die Pressebesucher Vorrang hatten. Wir waren zwar etwas enttäuscht, aber hofften auf den nächsten Tag.
Unsere freie Zeit verbrachten wir dann am roten Teppich. Ich muss schon sagen, dass das echt cool war. Das hat sich irgendwie verrückt angefühlt. Sonst kennt man sowas ja nur aus dem Fernsehen. Aber so live dabei zu sein, hatte was. Die Autos, die die Prominenz chauffierten, waren auf jeden Fall richtig schick und auch das Ambiente mit dem Licht am Berlinale Palast sah toll aus.
Ich gebe aber zu, dass ich ziemlich wenig Promis kannte. 😅 Wir waren aber auch nur etwa 45 Minuten da.

Wir entschieden uns also am zweiten Festivaltag auch für Variante b, weil wir nicht in der Kälte anstehen wollten. Zu allem Übel plagte mich seit zehn Tagen eine fiese Erkältung. Wir fuhren quer durch Berlin, stellten uns wieder an und hatten wieder keinen Erfolg. Unsere Stimmung war im Keller.
Das Problem: die Mitarbeiter hatten uns falsch informiert und wir wurden an allen Kinos abgelehnt, die die „aktuellen“ Filme im Programm hatten. Das fand ich natürlich gar nicht cool. 😒 In den vorherigen Jahren war es noch so, dass man Restplätze mit Akkreditierten aufgefüllt hat. Blöd für uns.

Wir haben uns dann einen Plan gemacht und geguckt, welche Kinos und welche Filme für uns zugänglich sind – OHNE das wir ein zusätzliches Ticket brauchten. Und wir hatten immer Glück im Delphi Lux, ein schickes neues Kino am Zoo. Also falls ihr mal in Berlin einen Film sehen wollt, dann geht dort hin.
Die Säle sind alle super toll designed und die Sitze sind unerwartet bequem – auch wenn man an einem Tag knapp acht Stunden drin sitzt. Die Rückenlehne ist verstellbar, es gibt genug Becherhalter und man hat unheimlich viel Beinfreiheit.

Im Endeffekt haben wir zehn Filme gesehen. Das waren allerdings alles Filme, die bereits im vergangenen Jahr oder früher Premiere hatten und auf der Lola gezeigt wurden.
Ich kannte keinen der Filme und einige davon waren auch wirklich richtig gut.
Eine Empfehlung kann ich für den deutschen Film „Nur Gott kann mich richten“ aussprechen.

Was ich leider gänzlich vermisst habe, waren Workshops oder Get-Togehter, die uns als Medienstudenten was gebracht hätten. Ohne Einladung oder die richtigen Kontakte, ist es schwer irgendwo Zugang zu bekommen.
Es geht halt vor allem ums Filme-gucken und das ist ja auch irgendwie okay.

Berlin war an sich den Trip wert. Wir waren Essen im Chén Chè, sowie im beets & roots und haben natürlich auch geshoppt.

Bis dahin und liebe Grüße,
Eure Anni.

8 Replies to “Berlinale 2018

  1. Liebe Anni,

    mit der Berlinale hatte ich mich noch nie richtig beschäftigt. Klar, man kennt die Berichte aus dem Fernsehen 😉
    Insofern finde ich es doch ziemlich spannen, das mal aus Deiner Sicht geschildert zu bekommen. Ich glaube, mal einen Tag im Kino zu verbringen, ist auch nicht das verkehrteste 😉
    Ich hoffe, Ihr hattet trotz der unschönen Momente eine tolle Zeit in Berlin 🙂

    Viele liebe Grüße und hab einen schönen Tag ;-*

    Tabea
    von tabsstyle.com

    1. Liebe Tabea,

      genauso ging es mir ja auch und deshalb war ich auch total gespannt und habe mich riesig gefreut. Leider ist es dann ja nicht so gewesen, wie erwartet. Aber im Endeffekt hast du recht und immerhin habe ich die Zeit, so gut es ging, sinnvoll genutzt.

      Dir auch einen schönen restlichen Tag und liebste Grüße
      Anni

  2. Liebe Anni,
    da muss ich ja mal direkt die Kollegen aus dem Nachbarbüro fragen, die waren nämlich auch wieder da. Ich hab die tatsächlich noch nie gefragt, was sie da eigentlich machen 😀

    Liebe Grüße
    Victoria

    1. Liebe Victoria,

      mach das mal und vielleicht haben die ja einen Geheimtipp, um zu den coolen Events einen Zugang zu bekommen.

      Liebe Grüße
      Anni

  3. Liebe Anni! Blöd, dass Du umsonst angestanden bist! Welche Leute sind denn so wichtig, dass sie Dir helfen könnten, Eintritt zu bekommen? Ich weiß von der Fashion Week, wie schwierig das ist! Wichtig ist ja immer, Kontakte zu knüpfen! Ich hoffe, dass Du nächstes Jahr mehr Glück hast! Aber es war ja supi, dass Du dann noch tolle Filme gesehen hast! Aber wenn Du in dieser Branche arbeitest, wird sich Dein ,,Connection-Network“ sicher immer weiter ausbreiten und in ein paar Jahren wirst Du darüber lachen! Viel Erfolg auch für die Zukunft wünsche ich Dir von Herzen, Nessy
    http://www.salutarystyle.com

    1. Liebe Nessy,

      ich schätze, wenn man dort Zugang zu den „wichtigen“ Events haben möchte, dann sollte man sich an Filmemacher halten oder versuchen einen Job auf der Berlinale zu ergattern. Für mich war es eine Erfahrung und auch in Rücksprache mit meinem Prof, habe ich erfahren, dass die Berlinale als solche auch weniger auf ein buntes Trubel rundherum ausgerichtet ist, sondern eben mehr Wert auf die Filme und das Ansehen gelegt wird.
      Ich bleibe natürlich weiter am Ball und netzwerke was das Zeug hält.

      Hab einen schönen Tag
      Anni

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