Ich habe es getan: Alleine reisen.
Ich war am vergangenen Wochenende in Kopenhagen und bin immer noch ganz fasziniert von der Metropole im Norden.
In diesen Tagen ging es darum, nur an mich zu denken. Auf meiner To-do-Liste: Nur das unternehmen, was mich interessiert.

Das mulmige Gefühl in meiner Magengegend wird immer präsenter, je näher meine Abreise rückt. 

Ich hatte keine wirkliche Angst, aber ich hatte Bedenken, ob alles klappen würde.
Andere fliegen ans andere Ende der Welt und ich mache aus einem Wochenendtrip so einen Wirbel. 

Vor allem hoffte ich aber, dass auch mein Smart mitspielen und mich pünktlich nach Berlin zum Flughafen bringen würde. Seit einiger Zeit klemmt der Kleine und weigert sich hin und wieder anzuspringen.

Auf geht’s – das Abenteuer wartet.

Samstagnacht, 1:30 Uhr. Ich bin vor dem Wecker klingeln wach. Kopenhagen ruft. Gepackt habe ich bereits – Waschzeug und Wechselwäsche. Viel Gepäck habe ich ja nicht, bei einer Übernachtung.

Nach meiner Morgenroutine, steige ich ins Auto. Ich sause, so schnell es mein kleiner Smart zulässt, Richtung Hauptstadt. Die Freude, dass es endlich los geht und ich dem Alltag entfliehen kann, steigt.

Tegel, 5:30 Uhr. Menschenmassen und genervte Security. Meine Laune ist gut, nichts kann mir meine Stimmung vermiesen. Immerhin hab ich es schon ein Stück näher an mein Ziel, Kopenhagen, geschafft.

Dann geht es auch schon los. Pünktlich 7:30 Uhr hebt die Maschine gen Norden ab. Keine Stunde später landen wir in Dänemarks Herzen: Kopenhagen.

Nyhavn
Nyhavn

Hallo Kopenhagen

Meine Stimmung wird minütlich besser. Ich spüre die Energie in mir. Ich will endlich losziehen und alles erkunden. 

Als ich vor zwei Jahren schon einmal in Kopenhagen war, hatte ich nur wenig Zeit. Die bekannten Hotspots habe ich damals im Vorbeigehen bewundert.

Dieses Mal wollte ich in Ruhe das Gefühl von Hygge auf mich wirken lassen.
Im Vorfeld habe ich mir noch zwei, drei Geheimtipps für mein Touriprogramm mitgeben lassen.
Eins war sowieso klar: Ich muss die wohl fahrradfreundlichste Stadt per Bike erkunden.


Vom Flughafen erreiche ich die City innerhalb weniger Minuten. Mein Grinsen erreicht das Maximum als ich aus der Metro steige und durch die Strøget Richtung Hostel loslaufe.

Wenn du vor allem daran interessiert bist, es allen anderen Recht zu machen, bleibst du auf der Strecke.

Für mich war dieser Mikro-Urlaub eine große Nummer. Ich habe in den letzten Jahren vermehrt darauf geachtet, Entscheidungen zu treffen, die für mein Wohlbefinden gut sind. Dieser Kurztrip war eine davon.

Alleine reisen bedeutet alleine schlafen.

Auf dem Weg zu Hostel denke ich immer wieder darüber nach, dass ich mir eigentlich geschworen hatte, nie wieder in einem Hostel zu schlafen. 

Gemeinsam mit Freunden, erlebte ich in München die schlimmste Nacht in meinem Leben. Das Zimmer in unserem A&O Hostel war nicht nur dreckig und zeigte Überreste der durchzechten Nacht, sondern hielt auch noch sehr gruselige Zimmergenossen bereit.

Doch glücklicherweise sollte meine Nacht im Steel House Copenhagen alles andere als ein Horror-Erlebnis werden.

Steel House Copenhagen
Steel House Copenhagen

Es ist ein wuseliges, fröhliches Treiben im ganzen Haus spürbar. Nicht jedoch auf den Fluren zu den Zimmern. Alle Angestellten sind sehr hilfsbreit und freundlich.

Mein Zimmer ist ein 4-Bett-Frauenzimmer. Ich bin überrascht als ich es betrete. Es ist etwas futuristisch. Die Betten bieten eine Semi-Privatsphäre und sind bereits bezogen. Das Bad ist im Zimmer, klein, aber ausreichend und sauber.

Alleine durch die City

Nun soll es aber losgehen: Ich leihe ich mir ein Fahrrad aus und steige auf. Mein Abenteuer beginnt.

Ich hatte mich geirrt was mein Grinsen angeht: Es wurde noch breiter. Ich spüre direkt ein Gefühl aus Freiheit, Glück und Erleichterung. Alles was die vergangenen Tage war, ist vergessen.
Der frische Wind in meinen Haaren und auf meinem Gesicht pustet alle nervigen Gedanken weg.

Avocado-Toast am Nyhavn
Avocado-Toast am Nyhavn

Mein erster Plan: Frühstück am Nyhavn und die nächsten zwei Tage planen. Gedacht, getan.

Das war es also: Alleine reisen

Heute sitze ich in Leipzig und denke über das alleine reisen nach. Es war eine sehr schöne Erfahrung. Eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, dass man nicht darauf warten sollte, dass das Leben beginnt.

Es ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung gewesen. Ich bin froh, dass ich meine Zeit sinnvoll genutzt habe. Ich hatte eine tolle Zeit in Kopenhagen und kann mir gut vorstellen auch in Zukunft Solo-Trips zu unternehmen.

Doch was mir gefehlt hat, war der Austausch mit einem anderen Menschen. Kopenhagen ist eine sehr aufgeregte Stadt – mit Fremden in Kontakt zu treten, egal ob im Park, Café oder auf der Straße, war mir kaum bis gar nicht möglich. 
Meine Zimmergenossin war eine liebe, aufgeschlossene Person – aber der kurze Plausch hat mein Redebedürfnis nicht gestillt.

In Kopenhagen
In Kopenhagen

In einigen Situationen habe ich mir jemanden gewünscht, mit dem ich mich über das Erlebte austauschen kann. 

Dabei muss das nicht mal jemand sein, den man kennt. Ein kleiner Plausch mit dem Gegenüber im Café oder im Park hätte genügt. Ein Hallo und Tschüss zum Kellner oder der Angestellten hinter der Kasse, reicht eben nicht.

Das Hostel wäre sicher ein guter Ort für das Knüpfen neuer Bekanntschaften gewesen, aber ich bin am Samstagabend schon kurz vor 22:00 Uhr eingeschlafen. Kein Wunder, mein Tag hatte mitten in der Nacht angefangen und ich hatte einiges an Kilometern zurückgelegt. 

Alleine reisen ist definitiv etwas, was ich auch in Zukunft in Betracht ziehe. Sollte ich für mehr als zwei Tage allein verreisen, dann auf jeden Fall im Rahmen einer ausgedehnten Entdeckungstour. Vielleicht so etwas wie eine Fahrradreise, damit man gleich die Basis für das Kennenlernen anderer Menschen gelegt hat.

Liebst,
Eure Anni

11 Replies to “Alleine reisen: Was habe ich gelernt?

  1. Toll, dass du das gemacht hast! Ich war vor Kurzem allein in München und hatte auch ein sehr gutes Gefühl dabei. Aber ich teile auch deine Ansicht darüber, dass es schön ist, das Erlebte mit jemandem zu teilen. Nun ja, man kann nicht alles haben, und ich denke, dass der eine oder andere Singletrip auch für die persönliche Entwicklung sehr wertvoll ist.

    1. Halli hallo,

      es ist absolut richtig, dass Dinge zu zweit schöner sind. Auch das Reisen.
      Aber ein sehr wichtiger Punkt, den du ansprichst, war mir ein großes Bedürfnis: persönliche Entwicklung und zu Teilen gesunder Egoismus.

      Liebe Grüße
      Anni

  2. Klingt sehr gut, hatte negativeres erwartet, da ich ein Mensch bin, der immer jemanden dabei haben will, um Erlebnisse im Urlaub teilen zu können. Aber deine Eindrücke finde ich super positiv.

    1. Meine liebe Sarah,

      Ich hatte tatsächlich Angst, dass es ein Horrortrip werden würde und ich mich total ärgern würde, weil ich das alleine gemacht habe.
      Aber warum sollte es in einer anderen Stadt schwieriger sein, alleine klarzukommen, als hier?!
      Es ist einfach nur sehr spannend gewesen, weil es eben fast alles neu war.

      Hab ein schönes Wochenende
      Liebe Grüße Anni

  3. Liebe Anni,

    ich bin ja in der letzten Zeit eigentlich immer allein unterwegs, weil niemand mitkommen möchte. Das hat wirklich seine Vor- und Nachteile. Ich mag es, dass ich alles so gestalten kann, wie ich es möchte und nicht auf andere Bedürfnisse Rücksicht nehmen muss. Aber der Austausch fehlt auch mir.
    Bei meinen letzten Trips hatte ich vor Ort immer großartige Unterstützung von Bloggerinnen, mit denen ich mich dort getroffen hatte. Sie hatte nicht nur Insider-Tipps für mich, man hatte auch zwischendurch jemanden zum Reden.
    Ich finde es super, dass du die Reise allein gemacht hast. Es waren sicherlich ganz andere Eindrücke als die, die Du sonst gehabt hättest. Und so schön, dass Du eine tolle Zeit hattest! 🙂
    Ich lasse mich in Zukunft auf jeden Fall nicht mehr von der fehlenden Reisebegleitung abhalten.

    Starte gut in die Woche und ganz liebe Grüße,

    Tabea
    von tabsstyle.com

    1. Liebe Tabea,

      ich finde es gut, dass du deine Zeit nicht vergeudest und auch alleine verreist.
      Auf was will man auch warten.
      Tatsächlich hatte ich überlegt, wenn ich in Deutschland verreise, wen ich besuchen könnte.
      Aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden mich mit Bekannten zu treffen – auch als Test wie gut es tut mal nur für sich zu sein. Und außerdem war der Anreiz neue Menschen kennenzulernen da, nur leider hat das nicht geklappt. ‍♀️

      Hab einen guten Start ins Wochenende
      Liebe Grüße
      Anni

  4. Hey Anni,

    so cool that you went on this trip by yourself! Copenhagen is such a wonderful city, love it. Solo traveling is definitely something you must try in your life. I have also done this one time before and I really liked it. At first it’s real strange but at one point it really feels great to just be by yourself and only do as you wish without thinking about anyone else’s wishes. It’s also a great time to think and learn about yourself. My only struggles with solo traveling are: pictures and having dinner. I am not the type of person to give my phone to anyone to make pictures. Also, lunch is not bad at all for me to do alone but dinner is still a a bit awkward for me to do alone. I used to just buy something and bring it to my hotel room 😛

    That avocado toast looks amazing by the way hahah <3

    1. Hey Valerie my dear,

      thank u so much for your feedback.
      I‘m so happy that k decided to be woth it to travel alone.
      I think u are right with your opinion that everyone should try a solo trip – its good for mental health.

      And yeah I absolutely agree with the fact eating dinner alone – I decided to eat some very fast fries and making photos really freaky. One guy spotted me and asked if I need help. ‍♀️ Erm sorry nope

      Hope u had a great day
      Love, Anni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.